Eine breite Mehrheit der Australier hat bei einer Volksbefragung für die Einführung der Homoehe gestimmt. Bei der nicht bindenden Abstimmung votierten fast 62 Prozent für die Einführung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Jubel über das klare Votum
Eine breite Mehrheit der Australier hat bei einer Volksbefragung für die Einführung der Homoehe gestimmt. Bei der nicht bindenden Abstimmung votierten fast 62 Prozent für die Einführung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.
© 2017 AFP

Eine breite Mehrheit der Australier hat bei einer Volksbefragung für die Einführung der Homoehe gestimmt. Bei der nicht bindenden Abstimmung votierten fast 62 Prozent für die Einführung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. In zahlreichen Städten des Landes feierten tausende Unterstützer der "Ja"-Kampagne am Mittwoch das klare Ergebnis. Der konservative Regierungschef Malcolm Turnbull begrüßte das Ergebnis und forderte das Parlament auf, ein entsprechendes Gesetz bis Weihnachten zu verabschieden.

An der zweimonatigen Volksbefragung per Post beteiligten sich 12,7 Millionen Menschen, wie der Leiter der Statistikbehörde, Davis Kalisch, auf einer Pressekonferenz mitteilte. Demnach stimmten 38,4 Prozent der Australier mit "Nein". Etwa 80 Prozent der Wahlberechtigten hätten sich an der Befragung beteiligt. "Die Australier können darauf vertrauen, dass diese Zahlen die Meinung der Wahlbevölkerung widerspiegeln", sagte Kalisch.

Bei einer Groß-Kundgebung in Sydney lagen sich die Menschen in den Armen. "Das bedeutet alles, alles", rief einer der Teilnehmer und kämpfte mit den Tränen, als er seinen Partner umarmte.

Die Australier hätten mit "Ja" gestimmt für "Gerechtigkeit, Hingabe und Liebe", sagte Regierungschef Turnbull. Der konservative Politiker hatte das Lager der Befürworter unterstützt. "Jetzt liegt es an uns, hier im australischen Parlament weiterzumachen." Turnbull sagte, es müsse die Verpflichtung der Gesetzgeber sein, bis Weihnachten ein entsprechendes Gesetz auf den Weg zu bringen.

Nur wenige Stunden nach Bekanntgabe des Ergebnisses brachte ein Senator von Turnbulls Liberal Party, Dean Smith, einen Gesetzesvorschlag auf den Weg. Dieser sieht die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare vor, ermöglicht es aber religiösen Institutionen und Priestern, die Heiratszeremonie nicht zu leiten, wenn diese gegen ihren Glauben verstößt.

Gegner der Gleichstellung wie Senator Eric Abetz mahnten an, dass die 4,8 Millionen Australier, die mit "Nein" gestimmt hätten, nicht vergessen werden dürften.