Magie der Altmeister
München (DK) Richtig tot, so heißt es, sei einer erst dann, wenn niemand mehr an ihn denkt. Folgt man diesem Verdikt, dann müssen sich Robert Johnson und Ray Charles, Muddy Waters und Otis Redding quicklebendig mitten unter den rund 15 000 Musikfans befunden haben, die Eric Clapton und Steve Winwood am Samstagabend auf dem Königsplatz in München feierten.
Winwood sorgt mit einer betörenden Version von "Georgia On My Mind" für Gänsehaut im Auditorium, auch das viertelstündige Unplugged-Set mit dem "Driftin’ Blues", dem Clapton-Klassiker "Layla" und dem wehmütigen "Can’t Find My Way Home" zeigt, wo die Stärken Claptons, Winwoods und ihrer Begleiter liegen: in der immensen Musikalität, der enormen Spielfreude und der jeglicher Egotrips abholden Interaktion aller Beteiligten. Höhepunkt des zweieinviertelstündigen Auftritts ist eine elektrisierende Version von Jimi Hendrix’ "Voodoo Chile".
Mehr als eine Zugabe ("Dear Mr. Fantasy") ist danach nicht mehr drin. Das Publikum ist dennoch glücklich. Gut möglich auch, dass Muddy Waters, Ray Charles und Otis Redding irgendwo da oben die Köpfe zusammenstecken und anerkennend nicken – und Robert Johnson leise in sich hineinlächelt.
Von Peter Felkel

