Erinnerung an Emmi Böck: Zum Todestag der Sagenforscherin
Ingolstadt (kf) Eines der schönsten Erlebnisse mit Emmi Böck liegt schon lange zurück. Als "Nenntante" hatte sie zum Picknick ins Schambachtal eingeladen, erinnert sich Christoph Markl-Meider. Lutz Tietmann denkt gerne an gemeinsam verbrachte Spieleabende bei Brun Appel zurück. Geschätzt an der Sagenforscherin haben der Journalist und der Bildungsberater die Kontinuität, die sie in ihrer Arbeit an den Tag gelegt habe. Und "ihre Offenheit, Herzlichkeit und Unkompliziertheit".
Die Plattform im Netz bietet eine Menge an Informationen, Würdigungen und persönlichen Erinnerungen: neben einer Biografie eine umfassende Liste ihrer Werke und Aufsätze, Texte und Bilder eines Schulbesuchs 1984 in Kipfenberg, Interviews aus dem Schanzer-Journal, die Laudatio von Professor Eberhard Dünninger anlässlich der Verleihung des Kulturpreises 2001 sowie den Vortrag von Carl-Ludwig Reichert " Von denen Auszenseiterinnen und Auszenseitern zu Ingolstadt".
Anschaulich und detailliert werden das vielseitige politische Engagement der Frau, die unbeirrt und gerne konkret widersprochen hat, in Erinnerung gerufen ebenso wie ihre intensive Feldforschung. Besonders glücklich sind Markl-Meider und Tietmann über Fotos von Gerhard Reichert, über die O-Töne aus Radiosendungen und die von ihr gelesene Sage vom Nikolaus. "Es wachsen ja auch Generationen heran, die sie nicht erlebt haben."
Grundsätzlich ist es beiden wichtig, möglichst viele Dokumente zu sichern. "Wenn wir das nicht in diesen Jahren tun, ist die Gefahr groß, dass sie verloren gehen", befürchtet Tietmann. Und die Homepage soll wachsen: "Wir hoffen auf Erinnerungen von Menschen, die sie kannten", sagt Markl-Meider. Außerdem ist geplant, Filmausschnitte auf die Homepage zu stellen und Projekte mit Schulklassen zu initiieren.
A nlässlich des Todestags wollen Markl-Meider und Tietmann auch unmittelbar erinnern und laden an diesem Sonntag um 16 Uhr zu einem Grabbesuch auf dem Westfriedhof ein. Da passt es zeitlich genau, dass vor wenigen Wochen erst ein Grabstein gesetzt wurde. Professor Friedrich Kraft hat als Bevollmächtigter der Erbengemeinschaft einen Stein aus Unterberger Marmor des Bildhauers Ludwig Hauser ausgewählt. "Ein stilles Gedenken", sagt Markl-Meider soll es werden. Und Tietmann fügt hinzu: "Ein Angebot für Menschen, die sich mit ihr verbunden fühlen."
www.emmi-boeck.de. Kontakt zu Christoph Markl-Meider unter der Telefonnummer (08 41) 97 59 15.
Katrin Fehr

