Ingolstadt: Gefragter Drummer in der Region
Foto: Gerhard Löser
Ingolstadt

Kulturreferent Gabriel Engert bedankte sich mit einleitenden Worten bei den Sponsoren, insbesondere bei Media-Saturn und der Sparkasse Ingolstadt, die die Jazztage und den Förderpreis für junge Musiker aus dem Ingolstädter Raum überhaupt erst ermöglichen, sowie Jan Rottau, dem Organisator der Jazztage. Den Preis in Höhe von 5000 Euro nahm der an der Hochschule für Musik Osnabrück studierende Matthias Hetzer noch vor der erfrischend freundschaftlichen Laudatio von Joey Finger (Jazzförderpreisträger 2011) entgegen.

Seinen eigenen musikalischen Stil schon im Studium zu entwickeln, so Finger, sei eine erstaunliche Leistung. Er lobte den jungen Drummer für dessen Vielseitigkeit, Kreativität und den starken Willen, den es in der Tat braucht, um sich in der Masse der studierten Musiker technisch und stilistisch zu behaupten.

Dass er den Jazz im Blut hat, merkte man Matthias „Matze“ Hetzer sofort an. Als Vollblutmusiker mit seiner angenehm ruhigen Art, „laid back“ im besten Sinne, schien er auf eine sympathische Art mit den Förmlichkeiten – Lächeln, Nicken, Händeschütteln – fast überfordert. Gemäß dem Motto „Let the music do the talking“ kam er dann jedoch hinter seinem schlichten, eleganten Drumkit richtig gut in Fahrt. Mit seiner Band The Mu – Aaron Seitz (Keyboard), Adrian Müller (Bass) und Manuel Springer (Gitarre) – lieferte der junge Schlagzeuger eine souveräne, farbenfrohe Mischung aus zierlicher Polyrhythmik, ge-konnt eingesetzten Klangeffek-ten und präzisen Grooves ab.

Fotostrecke: Eröffnung Jazztage 2015

Die von Joey Finger in der Laudatio erwähnte Kreativität zeigte sich in diesem Ensemble von der allerbesten Seite: Hetzers kühne Orchestrierung, seine Fähigkeit sowohl zur absoluten Zurückhaltung als auch zu markanter Solotechnik sind herausragend. Über all der sensiblen Stickführung, den harmonisch ausgefeilten Keyboard- und Gitarrenlicks und der ebenso sprunghaften, wie sanften Führung der Basslinien bewiesen die Musiker vor allem eines – Kommunikationsfähigkeit. Und die ist ja schließlich die Essenz des gemeinsamen Musizierens.