Ingolstadt: Charmanter Abend
Ein Naturtalent: Melanie Dekker überzeugt mit ihrer weichen Stimme - Foto: knb
Ingolstadt

Melanie Dekker hat zu ihren Liedern meist eine gute Geschichte parat, entweder aus ihrem familiären Umfeld oder von ihren bereits zahlreichen Tourneen, die sie nun seit 2005 auch immer wieder nach Ingolstadt führen. Ihre Songs erzählen von ihrer Sicht der Dinge, ab und an erinnern sie in Struktur und Stimmlage an Melissa Etheridge. Dass Letztere dennoch eine etwas größere Klangvielfalt in ihren Songs beweist, mag wohl an den verschiedenen Gitarren liegen, die sie bespielt. Melanie Dekker bleibt da lieber bei einem Ins-trument. Dafür bringt sie immer wieder neue Gastmusiker mit, die sie versiert begleiten. Diesmal sind Sven Rowoldt am E-Piano und Steve Hilliam an den Saxofonen mit von der Partie, was den Sound ihrer Stücke bereichert und abrundet.

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Die sympathische Songwriterin singt in ihren Liedern über das Leben und die Liebe. In der Nummer „Flowers“ dreht sich alles um ihren geschiedenen Bruder, in „Haven’t Even Kissed You Yet“ geht es um Liebe auf den ersten Blick, in „At The Junkyard“ dagegen um die verlorene Liebe. Stilistisch bewegt sich Melanie Dekker zwischen Pop, Folk, Rock und Country und kombiniert verspielte Gitarrenriffs mit einer äußerst attraktiven lyrischen Sensibilität. Die Kanadierin produziert waschechte Gute-Laune-Musik, die „Lekker-Dekker“-Mischung ist genau richtig zusammengestellt.
 
Songs wie „Hippie“, „Distant star“, „Worry Gets You Nowhere“ oder „Maybe We’re The Angels“ eignen sich zum Nebenbeilaufenlassen ebenso wie zum genauen Zuhören: Sie erscheinen bekannt und sind doch neu und erfrischend, allesamt eingängig und hittauglich. Rockige Töne und funky Grooves stehen Melanie Dekker gut, doch bei Balladen wie „Meant To Be“ im wiegenden 6/8-Takt oder „What A Fool I Am“ kommt ihr bezaubernder gesanglicher Charme besonders zur Geltung. Mit der letzten Zugabe, „Norwegian Wood“ von den Beatles, beweist sie am Ende noch ihr Talent für das einfühlsame Adaptieren von Cover-Nummern. Melanie Dekker ist eben ein Naturtalent.