\t\t\t\tIngolstadt: Koryphäen des Jazz ganz nah
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Ingolstadt

Auch für die 32. Ausgabe der haben sich die Veranstalter einiges einfallen lassen, um das Publikum zu begeistern.

Drei Stars der Musikszene werden im Herbst im Rahmen des Festivals in Ingolstadt zu hören sein. Sie gelten als Zugpferde der Veranstaltung, und der Ingolstädter Kulturreferent Gabriel Engert ist überzeugt, „dass mit ihnen die Außenwirkung der Jazztage noch stärker wird“. Einer dieser Ausnahmekünstler ist Jan Delay. Der deutsche Musiker bringt sein Publikum mit Hip-Hop, Funk und Soul zum Tanzen. Er wird mit seiner grandiosen Liveband Disko No.1 am Freitag, 6. November, im Festsaal des Stadttheaters auftreten – und diesen wohl mühelos füllen: „Wir sind von dem Kartenvorverkauf für unsere drei Highlights nicht nur überrascht, sondern überwältigt“, berichtet Engert. „Für Jan Delay haben wir bereits knapp 800 Karten verkauft.“

Wer die weiblichen Größen des Jazzfestivals sehen möchte, muss sich ebenfalls sputen. „Für Zaz und Melody Gardot haben wir schon über 600 Karten verkauft“, sagt Engert. Letztere tritt zwei Tage nach Jan Delay im Festsaal auf, am Sonntag, 8. November.

Gardot ist eine Koryphäe des Jazz. Den Echo hat sie schon in der Tasche, und für den Grammy wurde sie mehrfach nominiert. Die Künstlerin aus Philadelphia sticht vor allem deshalb unter den Jazzmusikern hervor, weil sie neue Wege geht und mit verschiedenen Stilrichtungen experimentiert. Sie gilt als Ausnahmetalent – ebenso wie die Künstlerin, die tags darauf, am Montag, 9. November, im Festsaal stehen wird: Die zierliche Französin Zaz, die mit ihrem Superhit „Je veux“ 2010 an die Spitze der europäischen Charts kletterte. Sie ist die erfolgreichste Sängerin Frankreichs und begeistert ihr Publikum mit Konzerten voller Energie und Lebensfreude.

Allerdings sind es nicht nur diese musikalischen Höhepunkte, die das Musikfestival auszeichnen. Im Gegenteil: Gerade die kleinen Jazzkonzerte, die sich über die zahlreichen Ingolstädter Kneipen verteilen, sind die heimlichen Glanzpunkte der Jazztage. Hier sind sich Musiker und Publikum ganz nah und können in Kontakt miteinander treten – ein Genuss, in den der Zuhörer bei einem normalen Konzert eher selten kommen könnte.

Wer statt Jazz in der Kneipe lieber Jazz in der Kirche hören möchte, dem sei der Auftritt der kongolesischen Sängerin Gasandji am Sonntag, 25. Oktober, in der Kirche St. Augustin ans Herz gelegt. Die Besucher erwartet ein besonderer Gospelabend, denn Gasandji ist nicht nur eine charismatische Sängerin, sondern auch leidenschaftliche Tänzerin.

Zum Auftakt der Jazztage am Samstag, 17. Oktober, holen die Veranstalter einen jungen Künstler auf die Bühne, den Gewinner des diesjährigen Jazzförderpreises der Stadt Ingolstadt: Der 21-jährige Matthias Hetzer hat sich zu einem der gefragtesten Schlagzeuger der Region entwickelt und ist stilistisch im Jazz genauso beheimatet wie im Funk oder Soul. Diese Vielseitigkeit wird er ab 20 Uhr im Kulturzentrum neun unter Beweis stellen und so den Startschuss für das Festival geben. Der Eintritt ist frei.

Denjenigen, die bei diesem enormen Angebot mit der Auswahl überfordert sind und in Sachen Jazz bislang nur wenig Erfahrung haben, empfiehlt Kulturreferent Gabriel Engert die Jazzpartys, die am Freitag, 6. November, und Samstag, 7. November, im NH Hotel Ingolstadt stattfinden. „Diese Partys geben einen ganz guten Überblick über verschiedenste Jazzstile. In zwei Räumen läuft immer Musik, außerdem musizieren verschiedene Künstler spontan miteinander. Man trifft sich, man unterhält sich – und erlebt so ganz wunderbar die Atmosphäre der Jazztage.“

 

TERMINE

 
  • 17. Oktober, 20 Uhr, Eröffnung: Verleihung des Jazzförderpreises an Matthias Hetzer; Kulturzentrum neun
  • 25. Oktober, 11 Uhr, Jazzbrunch: Blue Moon; NH Hotel
  • 25. Oktober, 16 Uhr, Jazz for Kids: Jazz mit Kick; Kulturzentrum neun
  • 25. Oktober, 19.30 Uhr, Gasandji; Kirche St. Augustin
  • 26. Oktober, 19.30 Uhr Hendrika Entzian Quartet feat. Sandra Hempel; Jim Mullen Group feat. Zoe Francis; Foyer im Stadttheater Ingolstadt
  • 30. Oktober, 19.30 Uhr, Lisa Simone; Kulturzentrum neun
  • 2. November, 19 Uhr, Ingolstädter Szene: Young Jazz Players; Bürgerhaus/Diagonal
  • 3. November, 20.30 Uhr, Ingolstädter Szene: San2 & His Soul Patrol feat. Dr. Will; Neue Welt
  • 4. November, 20.30 Uhr, Ingolstädter Szene: Söhne & Töchter Ingolstadts, Bürgerhaus/Diagonal
  • 5. November, 20.30 Uhr, Jazz in den Kneipen: Jeff Lorber Fusion feat. Eric Marienthal, Jimmy Haslip & Gary Novak; Diagonal; The Bahama Soul Club; Das Mo; Vera Jonas Experiment; MKK; Fabrizio Consoli & Band; Neue Welt; Cuentos Del Sur; Ölbaum; Bella S’ol; Swept Away
  • 5. November, 20.30 Uhr, Welcome Party: Robert Batyi Quartett; Niogi Y’akoto; NH Hotel
  • 5. November, 22.30 Uhr; Jazz im Altstadttheater: Klaus Paier & Asja Valcic
  • 6. November, 19.30 Uhr, Jan Delay & Disko No.1
  • 6. November, 22.15 Uhr, Jazzparty I: Incognito, Dominic Miller Band, Butterscotch & Band; NH Hotel
  • 7. November, 20 Uhr, Jazzparty II: Marcus Miller & Band, Steve Gadd Band, Vincent Peirani & Émile Parisien, Wolfgang Haffner All Star Trio; NH Hotel
  • 8. November, 11 Uhr, Jazzgottesdienst: Batter my Soul; Kirche St. Matthäus
  • 8. November, 19.30 Uhr, Melody Gardot; Festsaal Ingolstadt
  • 9. November, 20 Uhr, Zaz; Festsaal Ingolstadt
  • 22. November, 18 Uhr, Ausklang: SwingIN Big Band; Kulturzentrum neun
 

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