Nina Hagen hat den Blues
Roth (mes) Headliner der 21. Rother Bluestage ist – man höre und staune – Punkmother Nina Hagen. Sie singt, nach eigener Aussage, den Blues schon seit sie im Alter von zehn Jahren von Biermann das Gitarrespielen lernte.
In Mexiko nenne man sie sogar „The Blueswoman“. Die beiden Leiterinnen der Bluestage, Silke Rieger und Monika Ammerer-Düll, sind jedenfalls überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben. „Wir stehen voll dahinter“, verkündeten sie gestern. Wer in den vergangenen zwanzig Jahren noch zu Gast bei den Rother Bluestagen war, zeigt im Übrigen die begleitende Ausstellung „20 Jahre Bluestage in der Kulturfabrik“.
Vom 24. März bis zum 1. April gehen dieses Mal die Bluestage im mittelfränkischen Roth über die Bühne. Dana Fuchs wird im Doppelkonzert mit dem Briten Will „Harmonica“ Wilde das Festival am 24. März in der Kulturfabrik eröffnen. Dana Fuchs stand mit Little Feat, Etta James und Marianne Faithfull auf der Bühne, gab Janis Joplin am Broadway und brachte 2003 ihr erstes Album heraus. Mit ihrer Band präsentiert sie eine saubere Mischung aus Gospel, Soul, Blues über R&B und Rock bis Country. Will Wilde zählt spätestens seit seiner Nominierung für den British Blues Award 2010 als bester Harmonica-Spieler zu den Hoffnungsträgern der britischen Bluesszene.
Slide-Virtuose Eric Sardinas erschien 1999 auf der Bildfläche und spielt seitdem seine Gitarre schwindlig. Auf der Kulturfabrikbühne präsentiert der Mann mit dem Cowboyhut am 25. März sein aktuelles Album „Sticks and Stones“. Am Mittwoch, 27. März, legen zwei europäische Gitarristen, die mit ihrem Sound bei den Amerikanern einen Stein im Brett haben, los: der Brite Matt Schofield und der Italiener Rudy Rotta. Am Donnerstag, 29. März, groovt einer der angesehensten Saxofonisten und Arrangeure im Musikbusiness in der Kulturfabrik: Der New Yorker Pee Wee Ellis, Wegbereiter des Funk, der maßgeblich den Stil von James Brown und Van Morrison prägte, lässt ab 20 Uhr mit seiner Band The Pee Wee Ellis Assembly eines seiner seltenen Soloalben hören.
St. Pauli beginnt, New Jersey übernimmt, heißt es am 31. März in der Kulturfabrik. Der zweite Samstagabend bei den Bluestagen steht mit Walter Trout sowie Hamburg Blues Band mit „The Voice“ Chris Farlowe und Gitarrist Clem Clempson ganz im Zeichen von Roots-Blues und Bluesrock. Zum Bluestage-Finale am 1. April kommt um 20 Uhr der gern als „heißester Feger des Bluesrock-Genres“ bezeichnete Philip Sayce mit seinem neuen Album „Steamroller“ in der Kulturfabrik zum Zug. „Ein richtig guter Abschluss“, ist sich Silke Rieger sicher.
Rainer Messingschlager

