Mittwoch, 30.05.2012 |

 

30.01.2012 19:34 Uhr | 152x gelesen
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Eleganz der Tiere


Bild: Eleganz der Tiere. München München (DK) Für Menschen des 21. Jahrhunderts, die nicht vertraut sind mit der britischen Mentalität, wirkt die aktuelle Ausstellung der Neuen Pinakothek einigermaßen exotisch. Denn der hier präsentierte George Stubbs war ein Porträt-Maler der besonderen Art: Er malte Hunde und Pferde.

München (DK) Für Menschen des 21. Jahrhunderts, die nicht vertraut sind mit der britischen Mentalität, wirkt die aktuelle Ausstellung der Neuen Pinakothek einigermaßen exotisch. Denn der hier präsentierte George Stubbs war ein Porträt-Maler der besonderen Art: Er malte Hunde und Pferde.


München: Eleganz der Tiere
 
Die ausgestellten Gemälde und Radierungen hängen darum nicht nur in Londoner Museen, sondern vor allem in den Schlössern von adeligen Familien. An farbigen Wänden nach englischer Mode und umrahmt von Möbeln gehören sie zum Familienbesitz, der von Generation zu Generation vererbt wird. Jetzt lassen sich die Tierbilder im kühlen musealen Ambiente studieren und strahlen eine Lebendigkeit aus, die im 18. Jahrhundert selten ist.

Der Maler wurde 1724 als Handwerkersohn in Liverpool geboren. In der Kunst der Malerei bildet er sich autodidaktisch, versucht sich zunächst als Porträt-Maler und übersiedelt 1744 nach New York, wo er einen weiblichen Leichnam seziert, um Illustrationen zur Geburtshilfe zu schaffen. Ab 1756 seziert er dann auf einem einsamen englischen Gehöft Pferde, um deren Muskeln, Sehnen und Knochen zu studieren. Mit diesen Zeichnungen gelingt ihm in London dann der Durchbruch als Künstler – etwa zwanzig Jahre lang porträtiert er die Lieblingstiere seiner Auftraggeber.

Stubbs wird ein Meister darin, den fedrig aufgebauschten Schwanz von einem Spitz, das Kurzhaarfell eines Jagdhundes und den Glanz eines gestriegelten Pferderückens auf die Leinwand zu bannen. Zu seinen Meisterwerken gehören zwei Bilder, auf denen er Pferde vor einem monochromen Hintergrund zeigt, was ungemein modern wirkt. Ihre natürliche Bewegung und die unterschiedlichen Posen sind voller Lebendigkeit und Anmut.

Die sogenannte „Sporting Art“ hat eine lange Tradition in Großbritannien – Kollegen von Stubbs gelang dabei oft nur eine steife, langweilige Szenerie von Pferderennen oder Kutschfahrten. Stubbs dagegen kannte das Spiel der Muskeln und wagte sich auch an exotische Tiere. Die Begegnung von Löwe und Pferd, das Aufnehmen der fremden Witterung, die Darstellung von tödlichem Schrecken und animalischer Gier, all das gelingt ihm auf unnachahmliche Weise. Er wurde damit zum Porträt-Maler der britischen Lebensart – allerdings lassen ihn seine adeligen Käuferschichten zum Ende des 18. Jahrhunderts im Stich. Er stirbt verschuldet 1806 in London und gerät in Vergessenheit. Seine Wiederentdeckung verdankt er einer großen Ausstellung 1984 in der Londoner Tate Gallery. Die neue Wertschätzung spiegelt sich auch in Auktionspreisen: Sein Gemälde „Gimcrack on Newmarket Heath“ wechselte vor wenigen Monaten für 25 Millionen Euro den Besitzer.

Bis zum 6. Mai in der Neuen Pinakothek, geöffnet täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr.


Von Annette Krauß

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