Klaus Doldinger
Der Musiker Klaus Doldinger gilt als Deutschlands renommiertester Jazz-Act.
Silas Stein (dpa)
Ingolstadt
Neu hinzugekommen sind außerdem Stefan Pellmaier & Band, die an einem für die Jazztage neuen Veranstaltungsort, dem Bauerngerätemuseum Hundszell, auftreten. Verändert wurde der zeitliche Rahmen der Jazztage. „Wir haben jetzt kompakte drei Wochen“, so Klein. Und den traditionellen Jazzgottesdienst „Batter My Soul: Tomorrow“ in der Matthäus-Kirche habe man in diesem Jahr bewusst als offiziellen Abschluss der Jazztage gesetzt. 

Ein wichtiger Schwerpunkt ist den Veranstaltern das Angebot für junge Leute. „Jazz for Kids“ ist ein interaktives Programm mit den vier Musikpiraten von SaxShop, die von zwei Schauspielern des Stadttheaters Ingolstadt – Paula Gendrisch und Michael Amelung – unterstützt werden. „Jazz in den Schulen“ bietet wieder zwei Workshops am Gnadenthal- und am Reuchlin-Gymnasium. Dieses Mal mit der Münchner Combo Moop Mama. Wichtig sei auch das Konzert der „Young Jazz Players“, die Nachwuchssession der Ingolstädter Schüler und Studierenden. Nachtschwärmer bei „Jazz in den Kneipen“ haben in diesem Jahr zwei Konzertadressen weniger. Statt sechs Kneipen (plus Museum für Konkrete Kunst) im Vorjahr sind es nun noch vier (plus Altstadttheater). 

Als „vital und voller Energie“ bezeichnet Festivalleiter Jan Rottau die diesjährigen Jazztage. Ganz bewusst habe er bei der Jazzparty I mit Mike Stern und Marcus Miller zwei ehemalige Weggefährten von Miles Davis zusammengebracht. Sein Geheimtipp ist die Kennedy Administration. Auf das Trio um die in New York lebende Sängerin Kennedy habe ihn Produzent Joachim Becker aufmerksam gemacht. Der zweifache Grammy-Preisträger hätte ihm „von einer wahnsinnigen Künstlerin“ erzählt, worauf Rottau sofort zusagte.

Den 81-jährigen Klaus Doldinger bezeichnet der Impresario als „den letzten Mohikaner im Jazzbusiness“, und Max Giesinger sei im Verbund mit den Jazztagen Leverkusen möglich gewesen. Er habe lange mit sich gerungen und schließlich zugestimmt, „weil wir die Jugend erreichen wollen“. Mit Auftritten wie diesem ließen sich andere Jazztage-Konzerte im Non-Profit-Bereich finanzieren, sagt Rottau. Verhandlungen mit weiteren namhaften Musikern seien am reduzierten Etat gescheitert. „Da müssen wir nachjustieren.“ 2018, so Rottau weiter, werde der Etat wieder angehoben.
 

Tipps der Redaktion

  • Max Mutzke übertrifft alle Erwartungen, die seine solide erste Jazzplatte geweckt hatte – in intimer Runde im Altstadttheater bringt er sein Publikum zum Tanzen und Brüllen. Das war 2013. Jetzt kommt er wieder, diesmal als Highlight und zusammen mit Klaus Doldinger, der gerade den Echo Jazz für sein Lebenswerk erhalten hat. Noch Fragen? (Katrin Poese, Redaktion Eichstätt)
 
  • Kaum eine Stilrichtung klingt so leidvoll und lebensfroh zugleich wie Klezmer. Andrea Pancur, Münchnerin mit slowenischen Wurzeln, und ihr musikalischer Partner am Akkordeon, Multiinstrumentalist Ilya Shneyveys aus Lettland, pflegen beide eine innige Beziehung zu jiddischen Klängen. Hinzu kommt ein Schuss bayerische Volksweise. Hörenswert! (Anton Kostudis, Sportredaktion)
 
  • Ein Wiedersehen! Ein Wiederhören! 2011 war Raphael Gualazzi bereits bei den Jazztagen, das Jahr, in dem er den ESC als Außenseiter für Italien veredelte. Mit seiner Mixtur aus bluesigem Jazz und Canzone holte er den zweiten Platz. Der singende Pianist ist weiter auf Erfolgskurs und wagt entspannt den Spagat zwischen Jazz, Blues, Soul und Funk. (Katrin Fehr, Kulturredaktion)
 
  • Auch Rebekka Bakken gastierte schon einmal bei den Jazztagen: 2002, im Duett mit Gitarrist Wolfgang Muthspiel. Im Rahmen ihrer „Most Personal“-Tour gibt die attraktive Norwegerin, deren Stimme über drei Oktaven reicht, ihre Lieblingssongs zum Besten. Hoffentlich auch Ludwig Hirschs „Der Schnee draußen schmilzt“. (Uwe Ziegler, Online-Redaktion) 
 

Programm

  • Ingolstädter Jazzpreis: Benedikt Streicher mit der Jazzmanufaktur (Christof Zoelch, Daniel Schmidt, Verena Gutsche, Oliver Kollmannsberger, Josef Finger, Andreas Krieglmeier, Wolfgang Kübler, Gabriel Streicher, Matthias Hetzer), 21. Oktober, 20 Uhr, Halle 9. Eintritt frei.
  • Jazz for Kids: 22. Oktober, 15 Uhr, Werkstattbühne Stadttheater und Drachenjazz für Kinder: 22. Oktober, 16.30 Uhr, SaxShop
  • Ingolstädter Szene: Young Jazz Players, 22. Oktober, 19 Uhr, Bürgerhaus/Diagonal
  • Jazzfreunde Ingolstadt e.V. presents: Close2Jazz (Viviane De Farias feat. Paulo Morello & Kim Barth), 23. Oktober, 19.30 Uhr, Foyer im Stadttheater
  • Jazz in den Schulen: Brass Band Workshop mit Moop Mama, 26. und 27. Oktober, Gnadenthal- und Reuchlin-Gymnasium, Dozenten: Peter Palmer, Marcus Kesselbauer, Christoph Holzhauser
  • Jazz Brunch: Blue Moon, 29. Oktober, 11 Uhr, NH Ingolstadt
  • Highlight in der Kirche: Quadro Nuevo, 29. Oktober, 19.30 Uhr, Kirche St. Augustin
  • Ingolstädter Szene: Söhne & Töchter Ingolstadts, 31. Oktober, 20.30 Uhr, Neue Welt
  • Jazz in den Kneipen: Raphael Gualazzi Trio (Diagonal), Hyleen (Das Mo), Joscho Stephan Trio (Neue Welt), Andrea Pancur (Swept Away), Marina & The Kats (Altstadttheater), 2. November, 20.30 Uhr
  • Welcome Party: Nils Landgren Funk Unit, 2. November, 22.30 Uhr, NH Ingolstadt
  • Jazzparty 1: Mike Stern/ Dave Weckl Band, Marcus Miller, Kennedy Administration, The Raul Midón Trio, 3. November, 20 Uhr, NH Ingolstadt
  • Jazzparty 2: Manu Dibango, Billy Cobham Crosswinds Project, Younee, Wolfgang Haffner Band, 4. November, 20 Uhr, NH. 
  • Highlight: Klaus Doldingers Passport feat. Max Mutzke, 5. November, 19.30 Uhr, Festsaal.
  • Highlight: Max Giesinger, 6. November, 20 Uhr, Festsaal.
  • Kulturzentrum Neun presents: Rebekka Bakken & Band, 9. November, 20 Uhr, Halle 9
  • Konzert: Stefan Pellmaier & Band, 11. November, 20 Uhr, Bauerngerätemuseum Hundszell
  • Abschlussgottesdienst: Batter My Soul: Tomorrow, 12. November, 11 Uhr, Matthäuskirche.

Weitere Informationen unter www.ingolstaedter-jazztage.de. Karten sind bei allen DK-Geschäftsstellen erhältlich. Es gibt neue Kombitickets.