Wenn Kunst auf Betonmauern entsteht
Ingolstadt (DK) "La Grande Schmierâge" haben die Veranstalter die Sache genannt, ein deutsch-französischer Kunstausdruck, frei übersetzt "Das große Geschmiere". Von Geschmiere kann allerdings keine Rede sein an diesem Wochenende in der "Hall of Fame", der Bahnunterführung in Unsernherrn: Hier sind Künstler am Werk, Graffiti-Künstler.

Kunst aus der Sprühdose: Graffiti-Künstler arbeiten in der "Hall of Fame" in Unsernherrn. - Foto: Rössle
La Grande Schmierage - Graffiti Meeting
Für das Event wurden die Gehsteige verbreitert und die Straße entsprechend geschmälert; zu den Stoßzeiten rollen die Autos dicht an dicht, die Fahrer schimpfen und hupen. Manche fahren aber auch extra langsam, um möglichst viel von den Sprayern zu sehen. Wo sonst kann man schon aus nächster Nähe zuschauen, während Kunst entsteht?
Die Sprayer arbeiten in der Regel mit eigenen Entwürfen, die sie zuvor in klein auf Papier anfertigen und dann frei Hand auf die Mauer übertragen. Die wurde vor dem Event in blau und violett gestrichen; ein monochromer Untergrund, auf dem sich die Sprayer austoben können. Riesige Schriftzüge entstehen unter deren geübten Händen, abstrakte Werke, deren kräftige Farben in der Sommersonne leuchten, aber auch Gegenständliches: hier eine Tänzerin, dort ein grinsender Schädel, an einer Stelle sogar ein Bayer mit Hut und Lederhose, dazwischen Schweine und Frösche.
Viele Passanten und Radfahrer bleiben stehen und schauen eine Weile zu, auch viele ältere Leute. "Für uns ist das nichts", ist bei ihnen der Tenor. "Aber die jungen Leute, die können schon was!" – "Das ist mir viel lieber, als wie wenn sie es einfach irgendwo hinsprühen", fügt einer hinzu, und das war ja auch die Intention der Stadt, als sie die "Hall of Fame" bereitstellte: Gäbe es eine Fläche, auf der sich die Sprayer legal austoben könnten, so das Kalkül, dann hätten sie es auch nicht mehr nötig, nachts Häuser, Bahnwaggons und Supermärkte zu verzieren.
Für Pablo Fontagnier, der eigens aus Mannheim gekommen ist, geht das Konzept auf; er mag die legalen Flächen. "Für mich steht der künstlerische Aspekt im Vordergrund", erklärt er. Er ist froh, wenn er Tageslicht und acht Stunden Zeit für ein Werk hat: "Das sieht man dann auch an der Qualität." Anderen Sprayern sei eher die Aktion wichtig, sie wollten mit illegalen Werken provozieren. "Es gibt da schon zwei Lager." Aber auch er kommt nicht nur wegen des Sprayens an sich: "Es ist toll, ein ganzes Wochenende lang die Leute wiederzusehen." Man kennt sich, viele sind seit Jahren dabei. Es geht nicht nur ums Sprayen, sondern auch ums Feiern.
Genau drei Minuten und 45 Sekunden dauert die offizielle Begrüßung am Samstagnachmittag, zu der neben den Organisatoren von Stadtjugendring, Fronte 79 und der Galerie xhoch4 auch Kulturreferent Gabriel Engert kommt. Man freut sich, man dankt, man wünscht viel Spaß, dann darf wieder der DJ an die Lautsprecher und von neuem dröhnt der Bass durch die "Hall of Fame".
Von Bettina Göbner
-
Sind (zum größten Teil zumindest)
(0)
geschrieben am 15.06.2010 08:30
...natürlich immer noch zu sehen. Respekt Jungs & Mädls da habt ihr wirklich einige super Motive hingezaubert.
Aber es ist halt nix für die Ewigkeit
-
Wirklich beeindruckende Bilder
(0)
geschrieben am 14.06.2010 12:25
... waren da zu sehen, vor allem die räumlich gestalteten.
-
Re: waren da zu sehen ...
(0)
geschrieben am 14.06.2010 12:40
als Antwort auf das Posting von einfeindesein am 14.06.2010 12:25
Dieses Posting hat den Diskussionszweig eröffnetWie?
Schon wieder weg?
die da waren? -
Re: waren da zu sehen ...
(0)
geschrieben am 15.06.2010 18:59
als Antwort auf das Posting von autharis am 14.06.2010 12:40
Dieses Posting hat den Diskussionszweig eröffnetNachdem ich nicht mehr da bin, wo die Bilder zu sehen sind, waren sie für mich zu sehen, als ich da war, wo die Bilder zu sehen sind.
-
Re: ...waren da zu sehen ...Vandalismus oder Kunst...
(0)
geschrieben am 15.06.2010 17:57
als Antwort auf das Posting von autharis am 14.06.2010 12:40
Dieses Posting hat den Diskussionszweig eröffnet... sind noch da ...
... sollte man sich ansehen ...
... wird von manchen Zeitgenossen zwar nicht als Kunst wahrgenommen ...
... auf alle Fälle eine moderne Art der Wandgestaltung ...





