Kuba beginnt in der Oberpfalz
Ingolstadt (DK) Tanzkurse für Ehepaare scheinen tatsächlich ihr Geld wert zu sein. Zumindest zeigte sich das beim Auftritt von Los Dos y Compañeros in der Eventhalle am Ingolstädter Westpark, der bei anhaltendem Dauerfrost genau das Richtige war: Heiße Rhythmen und karibisches Flair brachten sogar weniger tanzwütige Zeitgenossen dazu, Beine und Hüften im Takt der Musik zu schwingen und zu wiegen.

Das Flair kubanischer Musik brachte die Gruppe Los Dos y Compañeros in die Eventhalle am Ingolstädter Westpark - Foto: Pehl
Wesentlich kürzer ist der aus der Oberpfalz ins Herz von Bayern. Denn genau aus diesem Landesteil mit den kehligen Lauten und den vielen „ou“ kommen Los Dos y Compañeros.
Die elf Mann, die da auf der Bühne standen, sind nach mittlerweile fünf CDs und zahlreichen Auftritten längst eine feste Größe in diesem beim Publikum inzwischen äußerst beliebten Genre. Die Musiker haben ein einfaches Rezept gefunden, um anzukommen: Sie verbinden kubanische und lateinamerikanische Rhythmen mit Texten, die im oberpfälzischen Dialekt gesungen werden. Das kommt dem unbedarften Zuhörer anfangs noch ziemlich spanisch vor, sind doch die Botschaften teilweise so einfach wie manchmal das Leben selbst. Es hat einfach was, wenn elf Musiker mit ihren Instrumenten auf der Bühne vor Lebensfreude sprühen und der Sänger voller Begeisterung in echtem Oberpfälzisch verkündet, dass es am Sonntag immer Semmelknödel zum Essen gibt.
Die Band selbst agiert auf einem hohen musikalischen Niveau, hat sichtlich Spaß auf der Bühne und ist – nach hunderten Auftritten – hervorragend aufeinander eingespielt. Alles wirkt bei ihnen extrem locker, und man hatte als Zuhörer immer das Gefühl, dass da noch viel mehr Potenzial drinsteckt.
Ein Vergleich mit dem noch ungleich berühmteren Buena Vista Social Club ist vielleicht etwas weit hergeholt, obwohl die Formation bereits mit namhaften kubanischen Musikern zusammengespielt hat. Doch Los Dos y Compañeros sind schon jetzt ein Muss für alle, die gerne zu karibischen Rhythmen tanzen.
Von Bernhard Pehl

