Ingolstadt: Was bleibt
Louise (Yael Ehrenkönig) nimmt sich Jons Entscheidung sehr zu Herzen. Maaike van Langen inszeniert das Stück im Studio. - Foto: Olah
Ingolstadt

In den vergangenen Jahren hat sich das Studio zur Spielstätte für Komödien entwickelt. Und auch wenn es vielleicht nicht so klingt: "Das lange Nachspiel einer kurzen Mitteilung" ist sehr komisch. Und das hat etwas mit der Struktur des Stücks zu tun. Es werden keine Szenen beschrieben, kein Ort wird vorgegeben, es gibt keine Regieanweisungen. Es wird nur gesprochen. Sätze werden wiederholt, aber neu betont. Bedeutungen verschieben sich. "Es ist sehr rhythmisch und musikalisch. Und mir hat vor allem gefallen, dass der Inhalt aus dem Rhythmus entsteht und nicht andersrum."

Die Regisseurin hat den Text Anfang des Jahres bei einem Festival zu neuer Dramatik aus den Niederlanden am Deutschen Theater in Berlin schon als szenische Lesung eingerichtet. Bei der das Publikum im Übrigen unglaublich viel gelacht hat. Maaike van Langen war von der besonderen Form des Stücks, von seiner Struktur aus Rhythmik und Musikalität so angetan, dass sie das Stück unbedingt richtig inszenieren wollte. In Ingolstadt hatte sie nun die Möglichkeit dazu.

Maaike van Langen wurde 1971 in Alkmaar, Niederlande geboren. Sie besuchte eine Zirkusschule in Paris und studierte Schauspiel und Regie in Maastricht und Amsterdam. Von 2002 bis 2009 war sie Hausregisseurin am Het Nationale Toneel in Den Haag, dem zweitgrößten Haus der Niederlande. Seit 2009 inszeniert sie auch im deutschsprachigen Raum und hat darüber hinaus Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen. Und sie versucht in ihren Inszenierungen, Eigen-heiten des deutschen (Schau-spieltechnik) und des niederländischen Theaters (größere Freiheiten) zu verbinden.

Leer und abstrakt ist der Raum, in dem die Regisseurin Jon, Sjon, Johan und Louise (gespielt von Claudio Gatzke, Robert Naumann, Maik Rogge und Yael Ehrenkönig) aufeinandertreffen lässt. "Das gibt mir den Raum, mich ganz auf die Figuren zu konzentrieren", sagt sie. Wird Jon gehen? Wer küsst wen? Was bleibt von der Freundschaft? Erfährt man alles heute Abend.

 

Premiere ist heute, Freitag, um 20 Uhr im Studio des Stadttheaters. Kartentelefon (08 41) 30 54 72 00.