Mittwoch, 30.05.2012 |

 

13.10.2010 20:28 Uhr | 85x gelesen
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Virtuoser Feuerwerker


Ingolstadt (jsr) Konstantin Semilakovs, der am Dienstagabend im Alten Rathaus mit dem von Elin und Wilhelm Reissmüller gestifteten Musikförderungspreis des Konzertvereins Ingolstadt ausgezeichnet wurde, ist nicht nur ein vorzüglicher Pianist, sondern auch ein eloquenter und amüsanter Redner. Hervorragend kann er besonders seinen Werdegang schildern, der nicht ganz ohne Hindernisse und Hürden verlief, die er allerdings glänzend bewältigen konnte.


Kennzeichnend für Semilakovs’ Leben sind Integrationsprobleme. Als russischer Lette hatte er in seinem gerade unabhängig gewordenen Land den Status eines Staatenlosen. Nach Deutschland kam er mit seinen Eltern als 13-Jähriger praktisch ohne Deutschkenntnisse. Er gliederte sich nach kurzem Hauptschulbesuch und nach einem Wechsel ins Gymnasium schnell in die bundesdeutsche Gesellschaft ein. Wer sich nur wirklich einfügen will, so meint er, hat in Deutschland kein Integrationsproblem. Seit 2005 ist Semilakovs deutscher Staatsbürger.
 

Nach Grußworten der ersten Vorsitzenden des Konzertvereins, Eva-Maria Atzerodt, und einer kurzen Rede von Oberbürgermeister Alfred Lehmann, in der er besonders die Verdienste der Stifterfamilie Schäff und der Familie Atzerodt, die die Konzertvereins-Konzerte regelmäßig ehrenamtlich organisiert, hervorhob, hielt Isabella Kreim vom Kulturkanal Ingolstadt eine Laudatio auf den Künstler. Sie lobte dabei besonders die "Präzision, Klarheit und Direktheit" von Konstantin Semilakovs’ Spiel, den "kernigen, prägnanten Anschlag" und seine künstlerische Reife, die es ihm erlaube, nicht nur Virtuosenliteratur, sondern auch Komponisten wie Ludwig van Beethoven tiefgründig zu interpretieren. Kreim erwähnte außerdem, dass der 26-jährige Pianist längst an verschiedenen Orten wichtige Wettbewerbe gewinnen konnte, so zuletzt in Portugal den ersten Preis beim Concorso "Citta di Porto". Gleichzeitig konnte Semilakovs auch in wichtigen Konzertsälen und bei bekannten Festivals Klavierabende geben, so etwa beim Schleswig-Holstein-Musikfestival und beim Beethovenfest Bonn.

Der Künstler bedankte sich mit einem virtuosen Feuerwerk: Er spielte die atemberaubend schwierige Paganini-Etüde Nr. 6 von Franz Liszt.




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