Streifzug von Arabien bis zur Milchstraße
Ingolstadt (DK) Im Saal wird es dunkel. Ganz dicht bei der Bühne im Rudolf-Koller-Saal sitzen die rund 150 Kinder auf Bodenkissen und erwarten sehnsüchtig den Auftritt des medienbekannten KiKa-Moderators Juri Tetzlaff.

Mit Reisezaubersirup um die Welt: Das Kinderkonzert „Jazz for Kids“ in der Ingolstädter VHS - Foto: Herrmann
Jorinde Jelen, alias Jolli im leuchtroten Sommerkleidchen, betritt die Bühne, begleitet von Bastian Ruppert an der Gitarre und nimmt alle Anwesenden mit dem ersten Satz mit in das Geschehen. Kennt ihr das auch . . . dieses Jucken im Zeh, . . . dieses Krabbeln im Bauch? Das ist das Fernweh“, singt sie mit angenehmer Stimme ein gedämpftes Eingangslied.
Dann aber geht’s richtig zur Sache. Angetrieben durch pfeffrigen Jazz mit Volker Dahms, Saxofon, Christian Sievert, Kontrabass, und Johannes Sens an den Drums packen Juri Tetzlaff im Ringel-Reiseoutfit und Jolli musikalisch allerlei Skurriles wie „nach Kirschen schmeckende Zuckerwatte“ oder „Pony mit Sattel“ in den vom Kontrabass zum Knarren gebrachten Koffer. Die Reise, bei der man unbedingt dabei sein will, entpuppt sich als musikalischer Streifzug durch Arabien, zum Nordpol, von Afrika bis zum Mars und über die Milchstraße wieder zurück. Lustig frech und mit vollem Körpereinsatz performen die beiden Sänger den jeweiligen Ortswechsel. Unverkennbar durch liebliche Accessoires und ermöglicht durch einen fliegenden Teppich oder einen Raketen-Karton als dezent gesetzte Bühnen-Requisiten. Und wenn alles nichts hilft, gibt es Reisezaubersirup, den erst die Zuhörer durch Bewegung den richtigen Speed verleihen.
Überhaupt sind die Kinder ständig aufgefordert – und das tun sie mit wahrer Begeisterung – Schlangen zu mimen, außerirdisch zu tanzen oder zu brüllen wie die Tiere Afrikas. Mit der Vielfalt des Jazz, fetzigem Swing und munteren Latinorhythmen werden Orte Wirklichkeit und sogar Wärme und Kälte hörbar. Alles auf den Punkt gebracht mit lustigen Percussions-Instrumenten und freien Improvisationen – das ist eben das Schöne am Jazz.
Von Renee Herrmann

