Natürlichkeit des Ausdrucks
Ingolstadt (jsr) Wie sehr sie den von Elin und Wilhelm Reissmüller gestifteten Musikförderungspreis des Konzertvereins Ingolstadt verdient hat, demonstrierte Raphaela Gromes noch einmal bei einem kleinen Cello-Solo anlässlich der Preisverleihung am Donnerstagabend im Ingolstädter Alten Rathaus. Sie spielte das Präludium aus der sechsten Cellosuite von Johann Sebastian Bach – ungeheuer kontrastreich, mit strahlendem, ja, singendem Ton, voller Leidenschaft und hochintelligent konzipiert.

Auszeichnung für Raphaela Gromes: Kulturreferent Gabriel Engert und Uta Schäff von der Stifterfamilie überreichen der jungen Cellistin die Urkunde zum Musikförderungspreis des Konzertvereins Ingolstadt - Foto: Rössle
Oder wie es die Laudatorin Isabella Kreim bei der Preisvergabe an diesem Abend ausdrückte: Sie hätte sich die Auszeichnung erspielt, „wegen ihrer wunderbaren Natürlichkeit in der Phrasierung, wegen ihres herrlichen Tones, wegen ihrer Intonationssicherheit“. Die Fachjury fällte so begeistert von der jungen Künstlerin ein einstimmiges Urteil.
In ihrer Rede schilderte Kreim auch den künstlerischen Werdegang der jungen Cellistin, die das Glück hatte, in einer Musikerfamilie aufgewachsen zu sein. Bereits mit vier Jahren begann Raphaela Gromes so mit dem Cellounterricht – absolut freiwillig. Sie war einfach „rasend eifersüchtig“ auf die Celloschüler ihrer Mutter. Und mit fünf Jahren begann sie, regelmäßig in die Bayerische Staatsoper zu gehen. Bereits als Zwölfjährige trat sie erstmals öffentlich auf. Seitdem und noch als Schülerin gab sie zahlreiche Konzerte. So bereiste sie mit ihren Eltern ein halbes Jahr vor ihrem Abitur zu einer ausgiebigen Konzertreise Südafrika. Trotz all dieser nebenschulischen Aktivitäten, dem intensiven Üben, den vielen Konzerten und dem Studium als Jungstudentin in Leipzig gelang ihr ein Abitur mit der Traumnote 1,0.
Ihre Ernsthaftigkeit demonstriert Raphaela Gromes auch auf ihrer Homepage im Internet. Dort finden sich als Motto einige Worte aus Goethes „Faust“: „drum hab’ ich mich der Musik ergeben,/... Dass ich erkenne, was die Welt/ Im Innersten zusammenhält.“
Kulturreferent Gabriel Engert konnte den begeisterten Worten Isabella Kreims kaum noch etwas hinzufügen. Er wies vielmehr darauf hin, dass der Musikförderungspreis des Konzertvereins ein besonders gutes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement wäre. Dann überreichte er zusammen mit Uta Schäff als Repräsentantin der Stifterfamilie die Urkunde zu dem mit 2500 Euro dotierten Preis an die Künstlerin.

