Ingolstadt: Lust auf Berge
Claudio Gatzke stellt sich dem Pulbikum im Studio vor. - Foto: Olah
Ingolstadt

17 war er, als er Schillers "Räuber" in Dortmund sah. Ein Aha-Moment. "Das war toll. Das hat mich begeistert. Da stand für mich fest: Das will ich auch machen", erinnert sich Claudio Gatzke, 1987 in Altena (Nordrhein-Westfalen) geboren. Durch einen Zufall bekam er am Theater Dortmund "einen Fuß in die Tür", spielte in Martina Drostes generationsübergreifendem Laienprojekt "König Lear" von Shakespeare den Edgar und fiel auch gleich dem Kritiker auf: "Der enorm präsente Claudio Gatzke gibt ein beeindruckendes Bühnen-Debüt." Später wirkte er unter Michael Gruners Regie in Ödön von Horváths Sozialdrama "Glaube Liebe Hoffnung" mit. Er lernte die Theaterleute kennen, "konnte die Stimmung aufsaugen und den Schauspielern bei der Arbeit zuschauen. Dabei hat sich der Wunsch, selbst Schauspieler zu werden, verfestigt", erzählt Gatzke. Er begann ein Studium an der Züricher Hochschule der Künste und war Mitglied der freien Theatergruppe "Hengst Produktionen". Deren Produktion "Angelina und der Millionen-Dollar-Hengst", ein "zu Tränen rührendes, todernstes und zugleich hoch satirisches Softcore-Sexplotation-Western-Theater" wurde 2012 zum Theaterspektakel Zürich eingeladen. Im gleichen Jahr schloss Gatzke sein Studium ab und trat sein erstes Engagement am Stadttheater Klagenfurt an ("Da gab es einen Intendantenwechsel, das klang spannend.") 2015 wechselte er ans Theater Trier. Er arbeitete mit Regisseuren wie Ramin Anaraki, Thorleifur Örn Arnasson, Annette Raffalt und Marco Å torman zusammen. Letzterer hatte in Ingolstadt "Hamlet" und "Nathan der Weise" inszeniert.

Seit dieser Spielzeit ist Gatzke in Ingolstadt, hat schon das Altmühltal besucht, freut sich, irgendwann mal ein paar Tage in den Bergen zu verbringen.

Und was mag er am Theater? "Die Möglichkeit, Geschichten zu erzählen, Thematiken zu verhandeln, Leute zu unterhalten, zum Nachdenken anzuregen, herauszufordern - auch mich selbst."