Immer nur Ärger mit Henriette
Ingolstadt (DK) Es gibt in Ingolstadt nicht viele einheimische Bands, die beim renommierten Bluesfest auftreten und mit den internationalen Acts mithalten können. Blues-Lick sind eine solche.

Überwältigend kraftvolles Spiel: Irma Issakadze ließ die Goldberg-Variationen wie Musik aus einer anderen Welt erklingen. - Foto: Rössle
Neben der lokalen Komponente, die sich in Stücken wie "Frankenstein", "Dr. Faust" oder auch dem "Schutterblues" von der Neuen CD äußert, bedient der Lick aber auch mit dem neuen Programm die Sparte des satirisch angehauchten Humors. Neuerdings wird immer mehr deutlich, wie er mit den Klischees des Blues regelrecht spielt. Typische im Blues immer wieder auftauchende Themen wie die ewig aktuelle Geschichte vom Verlassenwerden, die Glücksspielerthematik, der Mythos vom Scheideweg zwischen Gut und Böse, dem Bluessänger im Knast – all das kommt auch beim "Lick" vor, nur sind seine Protagonisten froh, wenn die Ex endlich aus dem Haus ist, holt sich der Musiker an den "Crossroads" bei Dauerregen statt satanischer Unterstützung lediglich eine veritable Grippe, ist der Knacki nicht wie von der Legende vorgesehen unschuldiges Opfer sondern völlig zurecht wegen Dummheit eingesperrt.
Der "Lick" hat viel zu tun an diesem Abend. Singen, Gitarre spielen, moderieren – das ist sein Job, richtig, aber auch Gastmusiker Ferdl Eichner – der übrigens an der Harmonika einen ganz ausgezeichneten Eindruck hinterlässt und Gitarrist Matthias Inderst solistisch unterstützt – muss ins Bandgefüge integriert werden, und schließlich muss er sich auch noch um die diesmal nicht so inspiriert wie sonst wirkende Backline kümmern. Was er aber locker hinkriegt, denn wie immer merkt man auch an diesem Abend das Herzblut, das hinter seiner Tätigkeit steckt. Der Lick und seine ganz spezielle Art von Blues gehören ganz einfach untrennbar zusammen.
Von Karl Leitner

