"Es soll ja spannend bleiben"
Ingolstadt (DK) Die Tote liegt in ihrem Appartement in der Beckerstraße 2 1/3 – deswegen sitzt unter anderem Peter Karmann im Publikum der LeseLust. "Das sind ja immerhin unsere Wohnungen", sagt lächelnd der Chef der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt, der das Haus, in dem das fiktive Mordopfer namens Roxanne Stein lebte und starb, tatsächlich "so in etwa" wiedererkennt. Wiederzuerkennen gibt es aber auch für andere (Schanzer) genug in diesem Buch: Einen echten Ingolstadt-Krimi hat die aus Passau stammende Autorin Lisa Graf-Riemann mit ihrem Erstling "Eine schöne Leich" hingelegt. Einen, in dem das Mordopfer als freie Journalistin für den DONAUKURIER arbeitete, Kommissar Stefan Meißner (Dienst-Audi-Fahrer) gerne mal im Ölbaum isst, auch das hiesige Theater in einer dramatischen Szene seinen Auftritt hat und das wohlbekannte Stadtbild Hintergrundkulisse bildet. "Einige Gebäude wie das Neue Rathaus waren unverzeihliche Bausünden der sechziger Jahre", urteilt die Autorin da wie nebenbei und erntet bei dieser Leseprobe zustimmendes Raunen aus dem 70-köpfigen Auditorium.
Klug gewählt sind übrigens die Blöcke. Stellen den Kommissar vor, die polizeiliche Besichtigung der Toten, lassen einen geheimnisvollen Briefeschreiber seine Spielchen spielen und enden bei beginnendem Liebesspiel abrupt am Ausschnitt der Kommissarskollegin Marieluise (!) Rosner. "Es soll ja spannend bleiben", grinst die Autorin. Und prompt stürmt das Publikum den Büchertisch.
Von Karin Derstroff

