Dienstag, 29.05.2012 |

 

22.04.2010 20:06 Uhr | 131x gelesen
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"Es soll ja spannend bleiben"


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Ingolstadt (DK) Die Tote liegt in ihrem Appartement in der Beckerstraße 2 1/3 – deswegen sitzt unter anderem Peter Karmann im Publikum der LeseLust. "Das sind ja immerhin unsere Wohnungen", sagt lächelnd der Chef der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt, der das Haus, in dem das fiktive Mordopfer namens Roxanne Stein lebte und starb, tatsächlich "so in etwa" wiedererkennt. Wiederzuerkennen gibt es aber auch für andere (Schanzer) genug in diesem Buch: Einen echten Ingolstadt-Krimi hat die aus Passau stammende Autorin Lisa Graf-Riemann mit ihrem Erstling "Eine schöne Leich" hingelegt. Einen, in dem das Mordopfer als freie Journalistin für den DONAUKURIER arbeitete, Kommissar Stefan Meißner (Dienst-Audi-Fahrer) gerne mal im Ölbaum isst, auch das hiesige Theater in einer dramatischen Szene seinen Auftritt hat und das wohlbekannte Stadtbild Hintergrundkulisse bildet. "Einige Gebäude wie das Neue Rathaus waren unverzeihliche Bausünden der sechziger Jahre", urteilt die Autorin da wie nebenbei und erntet bei dieser Leseprobe zustimmendes Raunen aus dem 70-köpfigen Auditorium.


Ingolstadt: "Es soll ja spannend bleiben"
Lisa Graf-Riemann stellte in der Reihe LeseLust ihren ersten Roman vor. - Foto: Herbert
Da ist Graf-Riemann, die nie in Ingolstadt lebte, aber die Stadt aus ihrer Zeit in Pfaffenhofen näher kennt, schon recht entspannt. Aufgeregt sei sie, erklärte sie zu Beginn – denn ihr Auftritt im DK-Forum ist ihre allererste Lesung überhaupt. "Zumindest an Belletristik!". Bücher wie "Spanisch in 30 Tagen – der kompakte Sprachführer" hat die studierte Romanistin, die auch als Lektorin arbeitet, bisher veröffentlicht, aus ihren Aufträgen als Dolmetscherin für die Polizei stammt ihr Interesse für Kommissarstypen und deren Fälle. Das und mehr, etwa allerhand Erstaunliches übers Krimirecherchieren (wer hätte gedacht, dass man sich rechtsmedizinische Anordnungen zur Leichenschau im Internet herunterlanden kann) erfährt man zwischen den Leseblöcken, in denen die jugendlich wirkende 51-Jährige wie ein Profi einfach plaudert und erzählt.

 
Klug gewählt sind übrigens die Blöcke. Stellen den Kommissar vor, die polizeiliche Besichtigung der Toten, lassen einen geheimnisvollen Briefeschreiber seine Spielchen spielen und enden bei beginnendem Liebesspiel abrupt am Ausschnitt der Kommissarskollegin Marieluise (!) Rosner. "Es soll ja spannend bleiben", grinst die Autorin. Und prompt stürmt das Publikum den Büchertisch.


Von Karin Derstroff

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