Ingolstadt: Die Macht der Frau
Wuchtbrumme am Kontrabass: Lizzy Aumeier. - Foto: Weinretter
Ingolstadt

Manche - wie Burghart, Tom oder Gunther - kommen vielleicht mit ein paar einfachen Antworten ungeschoren davon, bisweilen landet einer aber auch auf der Bühne. Udo aus Siebenbürgen hat es diesmal erwischt. Aber: Er schlägt sich hervorragend - vom formvollendeten Handkuss über seine Eloge auf pfundige Frauen bis zum Beziehungstauglichkeitstest.

"Ja, ich will" hat Lizzy Aumeier ihr neues Programm genannt, das sie am Samstagabend im Festsaal präsentiert - passend zur Porzellan-Hochzeit (20 Jahre verheiratet), die die Kabarettistin in diesem Jahr mit ihrem Mann Andreas Stock feiert. Der taucht immer wieder in ihrem Programm auf, in dem es um Männer und Frauen geht, um Ossis und Franken, um AfD ("Wer glaubt, dass die AfD das Land kompetent regieren kann, glaubt auch, dass das Ordnungsamt die Wohnung putzt") und Erdogan ("Auf meiner Wunschlist für Ebola-Kandidaten steht er ganz oben"), um Bayern und die Welt, um Ursula von der Leyen ("Der erste Verteidigungsminister, der in seinen eigenen Spind passt") und Horst Seehofer ("So wie der Stoiber früher gesprochen hat, so denkt der Seehofer"), um Völkerwanderung und Social Freezing.

Fotostrecke: Lizzy Aumeier im Festsaal Ingolstadt

 

Lizzy Aumeier schwatzt sich von einem Thema zum nächsten und findet für jedes klare und bisweilen deftige Worte. Sie ist pointiert und komisch und hat dabei ein ernstes Anliegen. Denn eigentlich ist ihr Programm ein Plädoyer für mehr Vernunft und Toleranz im ehelichen wie gesellschaftlichen Miteinander - jenseits kurzatmiger (politischer) Hysterie.

In Swetlana Klimova hat sie dabei nicht nur eine perfekte Stichwortgeberin gefunden, mit der sie sich auf der Bühne witzige Psycho-Kriege liefert, sondern auch eine brillante Mitmusikerin - etwa beim Medley bekannter Rock-Nummern (von "Stairway to Heaven" bis "Satisfaction") oder dem Soundtrack-Mix (von "Flipper" bis "Fluch der Karibik"). Darüber hinaus setzt sie ihren Körper mit Lust in Szene, zupft hier am Mieder und da am Träger, leckt anzüglich am Kontrabass und macht daraus eine einzige verwegene, vergnügliche Lizzy-Au-meier-Show. Großer Applaus!