Ingolstadt: Balsam für die Ohren
Vater-Tochter-Duo: Ami und Wally Warning gaben ein eindrucksvolles Konzert in der Neuen Welt. - Foto: Knobloch
Ingolstadt

Wally Warning ist seit Jahrzehnten in der bayerischen Weltmusikszene zu Hause, geboren auf Aruba spiegelt seine Musik die Lebensfreude der südlichen Karibik wider - hier eine Prise Latin Folk ("Un Amor"), dort ein kräftiger Schuss Roots Reggae ("One-Drop-Reggae").

Ami Warning punktet dagegen als geborene Münchnerin mit ihren deutschen Singer-Songwriter-Stücken ("Untertauchen", "Mann und Frau"), ihre sonore Stimme geht unter die Haut. Fast ein wenig mehr kommt der besondere Klang ihrer Stimme jedoch in den englischen Songs zur Geltung und in der Zweistimmigkeit können Vater und Tochter so richtig strahlen. Der flotte Titelsong von Wally Warnings aktuellem Album "Footsteps" ist genauso als Duett eingespielt wie das kernige "Stormy". Unterstützt werden die beiden an diesem Abend in der gut gefüllten Neuen Welt in Ingolstadt von Schlagzeuger Ruben Lipka, der einfühlsam das rhythmische Fundament für die diversen Saiteninstrumente von den Warnings legt.

Das gemeinsame Programm ist Balsam für Ohren und Seelen der Zuhörer: Egal ob aus der Feder des einen oder des anderen - Ami und Wally Warning sorgen mit ihrem Soul für eine entspannte Konzertatmosphäre. Nicht zu vergessen die humorvollen oder nachdenklichen Moderationen von Wally Warning, die den Auftritt geschmeidig abrunden.

Das ist der einzige Unterschied zwischen Vater und Tochter: Hier spürt man die langjährige Erfahrung des einen und die jugendliche Schüchternheit der anderen. Doch auch das hat seinen Reiz. Musikalisch ist Ami Warning jedenfalls nicht nur in den Fußstapfen ihres Vaters unterwegs, sondern läuft quasi schon neben ihm her. Jede einzelne Nummer des aktuellen Albums "Seasons" zeugt von den kreativen Melodie- und Textideen der charismatischen Sängerin, die mit Anfang 20 schon sehr reif klingt. Wally Warning singt in "Foundation" von einer Basis, die die Eltern ihren Kindern in der heutigen oft oberflächlichen Welt geben sollten - bei seiner Tochter hat er das auf jeden Fall geschafft!