Mittwoch, 30.05.2012 |

 

13.10.2010 20:23 Uhr | 101x gelesen
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Auf der Suche nach Mr. Perfect


Bild: Auf der Suche nach Mr. Perfect . Ingolstadt Ingolstadt (DK) Bettina (Schönenberg) und Meike (Fabian) suchen Mr. Perfect. Überall auf der Welt und notfalls eben auch im Ingolstädter Altstadttheater. Dort nähern sie sich immer wieder hoffnungsvoll Herbert, Peter, Jürgen, Kurt und Thomas – jenen männlichen Begleitern im Auditorium, die so unklug waren, das Frauenkabarett im Rahmen der Künstlerinnnentage zu besuchen. Kabarett? I wo! \

Ingolstadt (DK) Bettina (Schönenberg) und Meike (Fabian) suchen Mr. Perfect. Überall auf der Welt und notfalls eben auch im Ingolstädter Altstadttheater. Dort nähern sie sich immer wieder hoffnungsvoll Herbert, Peter, Jürgen, Kurt und Thomas – jenen männlichen Begleitern im Auditorium, die so unklug waren, das Frauenkabarett im Rahmen der Künstlerinnnentage zu besuchen. Kabarett? I wo! "Wir verkaufen das immer so, aber natürlich ist es eine Casting-Show" verkündet Bettina ehrlich. Fündig werden die zwei übrigens (auch) in Ingolstadt nicht, und das ist gut so. The Show must go on.


Ingolstadt: Auf der Suche nach Mr. Perfect
Originelle Texte und große sängerische Leistungen: Musikkabarett im Ingolstädter Altstadttheater. - Foto: Rössle
Und wirklich als Show haben die beiden Regensburger Schauspielerinnen ihr Programm "Zack – Glück!" konzipiert, stelzen auf hohen Hacken zu schwarzem Gewand, händeln Mikrofone und ergehen sich in nassforschen Plaudereien nach Art der großen Diseusen. Freilich, man weiß nicht recht: Wo wollen sie eigentlich hin? Was genau performen? In der Tat täte ein Regisseur hier gut. Oder mögen die Damen in Wirklichkeit einfach nur singen?
 

Das indes tun sie, mit kongenialer Begleitung von Gerry Schmidt am Klavier und dem zu den schrägsten, bezauberndsten Tönen fähigen Percussionisten Reinhold Bauer, einfach perfekt. Zweistimmig, choral, im Dialog oder im Solo. Ton- und textsicher, temporeich, differenziert und meistens sehr sehr komisch. Und lassen so aus bekannten Songs und Chansons und selbst verfasstem (auch textlich) bravouröse Musiknummern entstehen. Herrlich Schönenbergs Lied von den Brieftauben, das so harmlos als Liebeslied beginnt ("ich habe Brieftauben auf dem Dach, die finden jeden Weg") und sich in eine furiose Rachedrohung steigert. Trefflich Fabians Performance der kindlichen Chansonnière mit französischem Akzent. Wunderbar beider ausartender musikalischer Wunsch nach einem Schrebergarten, für den man zuletzt über Leichen gehen wird. Und nicht mehr zu toppen der Song der beiden weiblichen FC-Bayern-Fans, die nur eins wollen: Dabei sein unter der Dusche. Witzig, originell, platonisch-leidenschaftlich sind die Texte und groß die Sangeskunst. Zack – und zumindest das Glück des Kabaretts ist da!


Von Karin Derstroff

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