Futter für Hirn und Auge
Ingolstadt (DK) Sie werben für Nasenhaarschneider, Tanztheater, Fachmessen für Baumaschinen, Skulpturenmuseen, Theaterinszenierungen, Fruchtbonbons oder eine lebenswerte Stadt. Und vor allem für sich selbst: Plakatdesign, oft aus den Klassen der Hochschulen für Gestaltung, steht im Mittelpunkt der Ausstellung "100 beste Plakate 07.

Vergnügliche Demostration: Blick in die Ausstellung "100 beste Plakate" in der Sparkasse. - Foto: Herbert
Das Museum für Konkrete Kunst hat in Zusammenarbeit mit Gondor Kommunikationsdesign den Wettbewerb nach Ingolstadt geholt, den der Verein "100 beste Plakate" jährlich auslobt für Gestalter und Studierende. Aus 1662 Einzelplakaten von 488 (darunter über ein Drittel studentischen) Einreichern wählte die siebenköpfige Jury diesmal die 100 gleichberechtigten Sieger aus, unter ihnen auch den hiesigen Grafikdesigner Darius Gondor. Dessen Plakat kam für eine Ausstellung des Museums für Konkrete Kunst zum Einsatz, während viele andere wohl Entwürfe bleiben werden. An ihrer Pointiertheit, ihrem Witz, der vergnüglichen Demonstration dessen, was ein gutes Plakat ausmacht, ändert das indessen nichts.
Ein gutes Plakat: "Dinge auf den Punkt bringen, ohne Tricks und Hokuspokus", schreibt Henning Wagenknecht, Präsident von "100 beste Plakate" im Vorwort zum Ausstellungsbuch 2007 – die ausgewählten Arbeiten schaffen das erstaunlich gegenständlich. Mit Gesichtern, szenischen Geschichten, kunsthistorischen Zitaten, originell gebrochen. Herrlich die Porträtserie zum Braunschen Nasenhaarschneider! Die Werbung für Kosmetikprodukte, die unter weltberühmten Bildern nackter Frauen etwa titelt "Orangenhaut ist Geschichte!". Und wundersam die surrealen Szenen, mit der Theater für ihre Spielpläne werben (könnten). Das ist Futter für Hirn und Auge, dem widrigen Ambiente zum Trotz.
Bis 31. Januar, zu den üblichen Schalterstunden.
Von Karin DerstroffKommentare
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