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02.10.2008 20:05 Uhr | 324x gelesen
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Ein Norddeutscher erkundet Bayern


Bild: Ein Norddeutscher erkundet Bayern .  Ingolstadt (aw) Als Razmann agierte er in der Rockoper \

Ingolstadt (aw) Als Razmann agierte er in der Rockoper "The Räuber". Trotzdem blieb ihm Ingolstadt relativ fremd. Ole Micha Spörkel war schließlich mit seinen Diplomprüfungen an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt beschäftigt – und steckte auch noch mittendrin in den Dreharbeiten zur Komödie "13 Semester". Ein Film von Frieder Wittich über das Studentenleben zwischen Freiheitsdrang, Lebensfrust und Orientierungslosigkeit mit Max Riemelt (als Momo) in der Hauptrolle, der nächstes Jahr ins Kino kommt. Durch Zufall kam Ole Micha Spörkel an die Rolle, sprang kurzfristig für einen erkrankten Schauspieler ein. "Eine relativ kleine Rolle mit ein paar Sätzen", wiegelt er bescheiden ab.



 
Also kam er zunächst nur zu den Proben, später zu den Vorstellungen nach Ingolstadt und fuhr anschließend gleich wieder zurück, hatte kaum Möglichkeiten, die Stadt kennenzulernen. Und schon gar nicht, die Vorurteile, die man als Norddeutscher – Spörkel wurde 1983 im niedersächsischen Otterndorf geboren und zog im Kindesalter mit seinen Eltern nach Haldern, wo der Vater als Pfarrer wirkt – gegenüber Bayern hat ("sehr traditionell, viel Volksmusik, gutes Bier"), zu überprüfen oder gar zu widerlegen. Trotzdem wollte er unbedingt nach Bayern – der Liebe wegen. Seine damalige Freundin fand als Tänzerin in Augsburg Arbeit. Jetzt hat er in Ingolstadt das erste feste Engagement angetreten, wird zunächst in "Die fetten Jahre" als Peter zu sehen sein. "Und es ist ganz anders, als ich dachte."

Dabei zog es Ole Micha Spörkel zunächst gar nicht auf die Bühne. Physik wollte er studieren, nach guten Noten in den Leistungskursen Mathe und Physik und der Aufnahme in die Deutsche Physikalische Gesellschaft. Doch bei einem Workshop an der privaten Hamburger Stage School für Gesang, Schauspiel und Tanz erwachte ein Kindheitstraum wieder zum Leben. Die Schauspielerei, so stand es in einem alten Tagebuch seiner Mutter, hatte ihn schon früh gepackt.

"Ich war immer ein körperbezogener Mensch", erklärt er. Er tanzte im Ballett. Übers Kino kam die Liebe zum Kampfsport. Er fing mit Karate an (bis zum Schwarzgurt), konzentrierte sich dann verstärkt auf Wushu, jene chinesische Kampfkunst, die etwa Kinohits wie "Matrix" oder "Tiger and Dragon" veredelte. 1999 gewann er sogar die Deutsche Meisterschaft in Wushu. Er erprobte sich in Taekwondo und im Anti-Terror-Kampf.

Für die Bühnenarbeit sind diese Kenntnisse von großem Nutzen. "Zum einen trainiert man Körperbeherrschung. Und zum zweiten hat Wushu viele Showelemente, die im Theater besser funktionieren als realer Kampf." In "The Räuber" hat er das bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

 




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