Eichstätt: Exoten der Musik
Beeindruckendes Instrument: Armin Rosin spielte beim ersten Eichstätter Domkonzert des Jahres auf dem Alphorn. - Foto: Greck
Eichstätt

Der Musiker hat zum ersten Domkonzert dieses Jahres damit einen Exoten der Musik mitgebracht. Entstanden ist das Alphorn einst als Kommunikationsmittel in den Bergen und wurde dann erst zum Instrument. In der klassischen Musik wird es wenig eingesetzt.

Armin Rosin zeigte den Zuhörern im gut besuchten Dom, wie wunderbar das Instrument mit Orgelklängen harmoniert: Bei Nimra Korinthos "Meditation" mischten sich die feinen, flächigen Orgelklänge Martin Bernreuthers mit den präsenten Motiven von Rosins Alphorn und bildeten einen spannenden Klangteppich. Im "Pfrontner" und zwei Fanfaren aus Eger im heutigen Tschechien hingegen kam das Instrument "klassischer" zum Einsatz: Rosins Signalmotive lösten sich mit denen der Orgel ab und griffen gut ineinander - und das, obwohl der Solist wegen der Länge seines Instruments im Altarraum stand und sich nur auf Sicht mit Organist Bernreuther verständigen konnte. Neben dem Alphorn hatte Rosin zwei weitere Instrumente im Gepäck, die als Solisten ein Schattendasein führen: die Basstrompete und die Posaune.

Mit Jean-Joseph Mourets "Petite Suite" zeigte der vielseitige Musiker, dass die Basstrompete mit ihrem weichen Klang barocker Musik gut zu Gesicht steht. Ihr im Vergleich zur Trompete deutlich an Schärfe reduzierter, tieferer Klang trug beschwingte Melodien in den Tanzsätzen genauso wie getragene Motive oder festliche Fanfaren und schmiegte sich elegant an die Orgelklänge der Begleitung von Bernreuther. Dieser präsentierte auch solistisch mit Louis Marchands "Dialogue en Ut" und Louis Viernes "Carillon de Longpont op. 31/21" die vollen Register seines Instruments.

Armin Rosin hat sich als Profimusiker und Professor für Posaune zum Ziel gesetzt, sie ins Rampenlicht zu rücken. Dazu hat er etwa als erster Posaunist das komplette klassische Werk für dieses Instrument eingespielt. In Eichstätt zeigte er eindrucksvoll, dass die Posaune in jeder Epoche mithalten kann. Auch im Barock macht sie eine gute Figur, wie Rosin mit dem "Contrapunctus 2" aus Johann Sebastian Bachs "Kunst der Fuge" demonstrierte. Bei den punktierten Rhythmen der Variationen des weltbekannten Themas saß jeder Zug.

Die romantische Seite des Instruments zeigten Rosin und Bernreuther mit Max Regers "Romanze" und Alexandre Guilmants "Morceau Symphonique". Gesangliche Linien und elegische Motive erstrahlten, die durch feierliche Rhythmen und Zwischenspiele der Orgel abgelöst wurden. Beim Spiritual "Go, tell it on the mountain" ließ Rosin zum Schluss des Konzertes noch einmal viele verschiedene Facetten der Posaune hören: Mit unterschiedlichen Dämpfern klang das Instrument mal rauchig, mal dumpf oder eher blechern und mischte sich interessant mit den hellen Registern der Orgel.

Die Vielseitigkeit der Soloinstrumente und Rosins Spielfreude begeisterte das Publikum so, dass es sich eine Zugabe erklatschte und beim Traditional "Joshua fit the battle of Jericho" sogar kurz in den Genuss der ausgebildeten Singstimme des Solisten kamen.