Eichstätt: Ausgezeichnet
Die Eltern des M-Book: Waltraud Schreiber, Marcus Ventzke, Florian Sochatzy (von links) - Foto: Chloupek
Eichstätt

„Der Award ist wirklich wichtig. Er ist zwar noch jung. Aber das wird die Auszeichnung sein, die sich im E-Book-Sektor durchsetzen wird“, sagte Florian Sochatzy. Initiiert wurde die Auszeichnung im vergangenen Jahr durch den Buchwissenschaftler und Blogger Robert Goldschmidt. Die Jury schreibt in ihrer Würdigung: „Die Umsetzung überzeugt durch ihr pädagogisches Gesamtkonzept und durch den Pilotcharakter des konkreten Einsatzes im Schulunterricht.“ Im Frühjahr war das M-Book bereits für den auf der Leipziger Buchmesse vergebenen Preis „Schulbuch des Jahres“ nominiert.

Lehrstuhlinhaberin Waltraud Schreiber sieht in der Auszeichnung ein deutliches Signal in Richtung des bayerischen Kultusministeriums, „sich endlich zu bewegen“. Denn an den Schulen des Freistaats ist das M-Book noch nicht zugelassen, hier gilt nach wie vor, dass Schulbücher aus Papier sein müssen. Jenseits der Landesgrenzen überzeugt es dagegen zunehmend. 2013 machten deutschsprachige Schulen in Belgien den Anfang, aktuell wird der Geschichtsunterricht von 6000 Schülern in 40 Pilotschulen in Nordrhein-Westfalen mit dem M-Book gestaltet, ab kommendem Schuljahr soll es dann flächendeckend für die gymnasiale Unterstufe eingeführt werden. Und auch andere Bundesländer zeigen Interesse.

Entwickelt wurde die Idee an Schreibers Lehrstuhl, umgesetzt hat sie als eigenständiges „Spin off“ der Universität das Institut, das Schreiber, Ventzke und Sochatzy 2013 gegründet haben. Diese enge Vernetzung von Entwicklung, Forschung und Umsetzung ist für Schreiber der Garant für den Erfolg. Mit der Auszeichnung sieht sie das Projekt weiter gestärkt: „Der Award bestätigt, dass unser digitales Schulbuch wirklich etwas kann.“