Eichstätt: Anderer Blick
Meer an Grautönen: Andreas Weidners Blick auf Eisberge.
Eichstätt

Die Werkgruppen könnten unterschiedlicher nicht sein, haben aber allesamt eine unverwechselbare Ausdrucks- und hohe visuelle Anziehungskraft.

Der 1956 in Berlin geborene Fotograf - mit einem Vorleben als Musiker - ist bekannt und berühmt für seine jahrzehntelange Beschäftigung mit der Schwarz-Weiß-Fotografie und eröffnet dem Betrachter in seinen Landschaften aus Island, Südfrankreich, der Bretagne oder von der Nordsee einen neuen Zugang zu schimmernden Steingebilden oder zu in sämtlichen Grautonwerten changierenden Eisformationen. Winzige Details werden zu kompositorischen Leitmotiven, Licht und Schatten zum Handwerkszeug des Fotografen ebenso wie das Labor und der Computer mit seinen Funktionen. Weidner ist dabei stets ein Meister der Präzision und ein exakter Beobachter, der einen neuen Blick auf vermeintlich Vertrautes eröffnet.

Tatsächlich malerische Qualitäten haben die "Paintings". Aus Architekturschnipseln, 3 bis zu 15 am Computer collagierten Fotografien in Farbe, sind die - abstrakten Gemälden gleich - Ansichten entstanden.

Existenziell und höchst emotional sind die geschichteten und bearbeiteten Selbstporträts. Schmerz, Verzweiflung, Wut, Angst, Trauer - eine große Palette an entwaffnend offen dargestellten Gefühlen, an bewegenden Innensichten erschließen sich dem Betrachter. Ein Blick auf die vielen Seiten der Seele.

Die Ausstellung ist noch bis Samstag in der Galerie Bildfläche, Bahnhofplatz 20 in Eichstätt, zu sehen. Geöffnet heute und am Freitag von 14 bis 18, am Samstag von 10 bis 13 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter (01 51) 25 35 02 96. Infos unter www.galeriebildflaeche.de.