Im Beisein von Kinostars und Politik-Prominenz sind die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet worden. Bei der Eröffnungsgala im Berlinale Palast forderte Kulturstaatsministerin Grütters angesichts der #MeToo-Debatte einen "Kulturwandel". Moderatorin Engelke und Festival-Direktor Kosslick
Im Beisein von Kinostars und Politik-Prominenz sind die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet worden. Bei der Eröffnungsgala im Berlinale Palast forderte Kulturstaatsministerin Grütters angesichts der #MeToo-Debatte einen "Kulturwandel".
© 2018 AFP
Berlin

An der Gala nahmen unter anderem Berlinale-Direktor Dieter Kosslick, Jury-Präsident Tom Tykwer, Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teil. Neben zahlreichen deutschen Schauspielern kamen auch internationale Stars wie Helen Mirren, Bill Murray, Jeff Goldblum und Tilda Swinton. Als Moderatorin führte die Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke durch die Eröffnungsgala.

Die Berlinale gilt als das weltgrößte Publikumsfestival und zeigt in diesem Jahr 385 Filme in verschiedenen Sektionen. Eine sechsköpfige internationale Jury unter Tykwers Vorsitz wird unter 19 Filmen im Wettbewerb die Bären-Gewinner auswählen. Einen Ehrenbären für sein Lebenswerk erhält der US-Schauspieler Willem Dafoe. Die Auszeichnungen werden am 24. Februar vergeben. Am folgenden Tag endet das Filmfestival.

Der Auftakt der Berlinale war geprägt durch die #MeToo-Debatte über sexuelle Diskriminierung und Belästigung. Kulturstaatsministerin Grütters verurteilte in ihrer Rede im Berlinale-Palast Machtmissbrauch durch Männer und mahnte, die Zeit des Schweigens müsse vorbei sein. Vor der Eröffnungsgala hatte Festival-Direktor Kosslick im Deutschlandfunk gesagt, er glaube, "dass sich dieses Thema über die ganze Berlinale hinzieht".

Jury-Chef Tykwer sagte, es sei gut, "dass die Debatte nicht künstlich befeuert und genauso wenig unterbunden wird". Wichtig sei, das Thema "sachlich" zu behandeln.

Die Debatte war durch den Skandal um die Missbrauchsvorwürfe gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein losgetreten worden. Spätestens mit den Vergewaltigungsvorwürfen mehrerer Schauspielerinnen gegen Regisseur Dieter Wedel erreichte die Debatte auch die deutsche Kulturindustrie.