Claus Woelke
Ingolstadt
Kronk ist wirklich vieles. Auf der Bühne behandelt Ceylan mit seinen Kultfiguren Hasan oder Anneliese Alltagskrankheiten wie Fitness- und Esoterikwahn. Auch die Shoppingsucht von so mancher Frau wird auf die Schippe genommen. Ebenso witzig erzählt er von Themen wie Musterung, Zivildienst und Supermarkt-Katastrophen.

Aber auch gesellschaftliche Krankheiten kommen zur Sprache. Er formuliert eine klare Ansage gegen Extremismus sowie Terrorismus und dessen gedankliche Wunden in unserem Alltag: „Wir lassen uns das Lachen nicht nehmen.“

Fotostrecke: Bülent Ceylan in Ingolstadt

Richtig gut, sogar brillant ist Ceylan immer dann, wenn er den Faden verliert, sich selbst aus dem Konzept bringt oder einfach nur auf Zwischenrufe reagiert und dann improvisiert. So lädt er am Telefon vor dem Publikum spontan den Vater von Nicole ein, in die Show zu kommen. Die Zehnjährige sitzt mit ihrer Mutter in der ersten Reihe. Am Telefon begrüßt er den Vater mit den Worten: „Hallo, hier ist der Türk.“ Das Publikum lacht sich kronk.

Am Schluss des Programms singt der Mannheimer das Lied „Nimm ein Kind an die Hand“ – und es wird romantisch. Von der Decke regnet es Konfetti und Hunderte erleuchtete Smartphones verwandeln die Saturn Arena in einen Sternenhimmel. Das hellauf begeisterte Publikum liegt bei stehenden Ovationen dem Komiker zu Füßen.