Dienstag, 22.05.2012 |

 

13.09.2006 19:42 Uhr | 108x gelesen
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Zwischen den Stilen


Aichach (beh) Nicht Form, nicht Figur, nicht Gegenstand, nicht Abstraktion – sondern dazwischen, entschieden dazwischen. "Got between" ist der programmatische Titel der aktuellen Ausstellung des Aichacher Kunstvereins, in der Maler sich zwischen den Polen gegenständlicher und abstrakter Traditionen bewegen.


Als "Brückenbauer" zwischen den eigentlich "diametral entgegengesetzten Positionen" versteht Sean Scully, der zusammen mit Kunstvereins-Vorsitzendem Andreas Stucken die Ausstellung konzipiert hat, die neun Maler und ihre Arbeiten. Wobei die Künstler in ihren Bildern die Innenräume dieses "Dazwischen" bis in alle Ecken und mit all seinen Möglichkeiten ausleuchten.

Archaische Formen

Wie eine Ouvertüre zeigen Liliane Tomasko und German Stegmair im Vorraum nochmals die klassischen Pole, lassen aber selbst hier schon das Motiv des "between" anklingen, bevor der Betrachter in das Zwischenreich tritt. Während Nadja Jerczynski sich in den Traditionen eines abstrakten Expressionismus bewegt, in den Tiefendimensionen ihrer Arbeiten aber durchaus körperlich und konkret, ja sinnlich ist, nähert sich etwa Uli Zwerenz dem Zwischenraum von archaischen Formen, expressiver, kraftvoller Farbe und überbordender Dynamik her. Das Thema der Ausstellung in nuce variieren dagegen die beiden Arbeiten Antonello Bulginis: hier der "Ibridio muto", ein affenartiges Wesen, beinahe neorealistisch, dort eine Struktur, netzartig, grazil, doch selbst hier sind Reduktion und Abstraktion sinnlich aufgeladen, lassen sich organische Eindrücke finden. Zwischen beiden Arbeiten Bulginis – wiederum programmatisch – eine leere, weiße Fläche. Nicht das Nichts, sondern eben jenes Dazwischen, in dem sich auch der Betrachter bewegt, wenn er durch das Kreuzgratgewölbe des Aichacher Kreisgutes geht, zwischen den sich jeweils gegenüberhängenden Arbeiten der Künstler, die aus Deutschland, der Schweiz, Italien und dem Iran stammen.

Für Andreas Stucken tritt mit der Aichacher Ausstellung die Malerei des "Got between" aus dem Experimentierstadium im Labor der Malerei heraus und markiert eine Tendenz zeitgenössischer Malerei. "Die Fugen, die zwischen den Bausteinen des Modernismus liegen, werden auf diese Weise zum Terrain dieser Malerei umgestaltet", schreibt dazu Scully.

 

Go between wird heute um 19 Uhr im Kreuzgratgewölbe des Aichacher Kreisgutes eröffnet. Es spricht Sean Scully. Zu sehen bis 15. Oktober, mittwochs von 17 bis 19 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Katalog mit Texten von Scully und Marcus Golling kostet fünf Euro.

 


Hannes Berger

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