Samstag, 04.02.2012 |

 

07.05.2007 19:30 Uhr | 68x gelesen
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Freundschaftliche Atmosphäre


Ingolstadt (DK) Es hat sich viel getan. Vor einem knappen Jahr gab die Bayerische Brass Band Akademie – kurz 3BA – ihr Debüt in der Asamkirche Maria de Victoria. 3BA begeisterte, wie auch dieses Mal am Sonntagabend, im ausverkauften Haus. Aber auf ihren Lorbeeren ausgeruht hat sich 3BA nicht. Die treibende Kraft ist Franz Matysiak.


Denn er ist mehr als nur ein Taktmeister. Er ist der Freund des Orchesters. Die freundschaftliche Atmosphäre im Umgang, die Menschlichkeit, die das Orchester bewegt, erzeugt eine positive Grundstimmung. Die Musiker sind gelassen und höchst konzentriert bei der Sache.

Matysiak ist ein Perfektionist. Natürlich lässt er Stücke spielen, die ohne viel Aufwand Spaß machen, bei denen sich die Musiker auslassen können; wie den "Riverdance" von Bill Whelan, ein rasantes, rhythmisches Reißerstück. Aber Matysiak lässt auch höchst anspruchsvolle Stücke studieren – und nochmals studieren. Eine erfolgreiche Aufführung, selbst wenn diese großen Applaus bekam (und verdient hatte), ist nicht der Maßstab seines Anspruchs.

Deshalb hat er das zentrale Stück des Programms vom vorigen Jahr, das "Resurgam" von Eric W. J. Ball, wieder aufgenommen: noch brillanter und differenzierter im Klangbild, selbst bei extremen Lautstärken (die sehr oft erreicht werden) jetzt durchgehend klar, interpretatorisch geschlossen mit sinnhafter, musikalischer Entwicklung. Mit diesem Stück dürfte 3BA bei der ersten b ayerischen Brass-Band-Meisterschaft, die demnächst in Würzburg ansteht, einen starken Eindruck hinterlassen.

Darüber hinaus ist Matysiak ein erstklassiger Dramaturg und Programmgestalter. Er weiß genau, mit welchen Anforderungen sein Orchester umgehen kann. Zum Auftakt lässt er die "Festmusik der Stadt Wien" von Richard Strauss spielen, ein effektvolles Stück, das die Musiker mit großem Selbstbewusstsein ins Rennen schickt. Mit diesem kommt 3BA bravourös durch das auch technisch äußerst anspruchsvolle "Resurgam". Die Anstrengung wird erst in Rimski-Korsakows "Procession of the Nobles", einem Stück voller hintergründigem Humor, ein wenig spürbar. Doch mit "Riverdance" finden die Musiker zu ihrem Selbstvertrauen zurück, sodass der Rest des Programms – bis hin zur pompös tosenden "Music for a Festival" von Philip Sparke – einfach nur noch Spaß macht; und die drei zwar angekündigten Zugaben vom Publikum wirklich gefordert werden.

Matysiak ist eben auch ein erstklassiger Musikpädagoge. Er weiß genau, welche Musik machbar ist, er weiß, wie sie umzusetzen ist, er versteht es, genau das den Musikern zu vermitteln und motiviert sie zum Üben, manchmal zum Kämpfen und immer zum Dranbleiben. Dies zeigte sich schon vor Beginn des eigentlichen Programms an den Früchten der noch gar nicht lange währenden musikalischen Arbeit der Jugend Brass Band. Bisher ist diese bloß kammermusikalisch besetzt. Der Wunsch des Orchesters, dass mehr Kinder mit Spaß an ihrem Blechinstrument beitreten mögen, ist deshalb uneingeschränkt in eine Empfehlung zu verwandeln.


Donaukurier

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