Über die Zugangsberechtigungen können Apps auch genutzt werden, um an persönliche Daten des Nutzers zu kommen. Sind die Apps erst einmal auf dem Smartphone installiert, greifen sie auf Dateien und Programme auf dem Gerät zu. Das tun sie teilweise ohne Erlaubnis der Nutzer, obwohl sie für die Funktion der App nicht zwingend erforderlich sind – das gilt zum Beispiel für das Adressbuch des Nutzers, wenn es um eine Foto-App geht. Diese Daten sind für den Anbieter für Marketingzwecke wertvoll. Die Daten können außerdem gewinnbringend an Dritte verkauft werden.
 
Besonders problematisch kann es werden, wenn die App über GPS auf die Standortdaten zugreifen kann. Alle gesendeten Aufenthaltsorte können verknüpft und so ein Bewegungsprofil des Nutzers erstellt werden. Dabei geht es um Infos über die Adresse, die Schule oder Freizeitaktivitäten.
 
Einen Schutz bietet das Deaktivieren der Standortdaten. Bei Smartphones mit iOS-Betriebssystem hat man die Möglichkeit, die Standortdaten für jede einzelne App einzustellen: Einstellungen, Datenschutz, Ortungsdienste.
 
Bei Android-Smartphones bis Version 5 ist das leider nicht so gezielt möglich. Hier kann man die Standortabfrage entweder komplett abschalten oder für alle Apps zulassen: Einstellungen, Standortzugriff/Standortdienste. Ab der Version Marshmallow kann der Standortdienst für jede App einzeln aktiviert oder deaktiviert werden: Einstellungen, Anwendungen, Anwendungsmanager, App auswählen, Berechtigungen.
 
 
Zum Autor: Manfred Liesaus ist Bereichsleiter für Jugendarbeit und Prävention am Pfaffenhofener Landratsamt und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Problemen und Gefahren rund um Computer, Handy und Internet. Er ist unter Manfred.Liesaus@landratsamt-paf.de oder unter der Nummer (0 84 41) 2 72 37 erreichbar.