Die EU-Kommission hat eine Geldbuße in Höhe von umgerechnet 110 Millionen Euro gegen Facebook im Zusammenhang mit der Übernahme von WhatsApp verhängt. Grund seien irreführende Angaben zum Kauf von WhatsApp. Facebook übernahm WhatsApp 2014
Die EU-Kommission hat eine Geldbuße in Höhe von umgerechnet 110 Millionen Euro gegen Facebook im Zusammenhang mit der Übernahme von WhatsApp verhängt. Grund seien irreführende Angaben zum Kauf von WhatsApp.
© 2017 AFP

Facebook behauptete demnach 2014 fälschlicherweise, dass ein Abgleich von Nutzerdaten beider Online-Netzwerke technisch nicht möglich sei. Das Unternehmen akzeptierte den Strafbescheid - wohl auch, weil die Fusionsgenehmigung dadurch nicht gefährdet ist.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sprach von einem "klaren Signal an Unternehmen", dass sie die EU-Regeln für die Prüfung von Übernahmen einhalten müssen. Dazu gehöre auch, "korrekte Informationen zu liefern". Die Strafe für Facebook solle deshalb auch "abschreckende" Wirkung haben.

Die EU-Kommission stufte das Fehlverhalten von Facebook bei der 2014 erfolgten Prüfung der Fusion mit WhatsApp als "schwerwiegend" ein. Denn das Online-Netzwerk hat demnach gleich zwei Mal unrichtigerweise behauptet, dass es keinen zuverlässigen automatischen Abgleich zwischen den Benutzerkonten bei Facebook und bei WhatsApp vornehmen könne: auf dem Anmeldeformular für die Fusionsüberprüfung und nochmals nach einer Anfrage der Brüsseler Wettbewerbshüter.

Dies flog auf, nachdem WhatsApp im August 2016 die Möglichkeit ankündigte, die Telefonnummern der WhatsApp-Nutzer mit den jeweiligen Facebook-Nutzerprofilen zu verknüpfen. Die Kommission stellte daraufhin fest, dass dies auch schon 2014 möglich war "und dass den Facebook-Mitarbeitern diese Möglichkeit bekannt war".

Facebook akzeptierte die EU-Strafe umgehend. "Die Fehler, die wir in unseren Eingaben von 2014 gemacht waren, waren keine Absicht", erklärte ein Sprecher. Er begrüßte die Erklärung der Kommission, dass die Strafe nichts an der Genehmigung der Fusion ändere. "Mit der heutigen Ankündigung ist die Sache erledigt."

Tatsächlich hätte die Strafe für das Online-Netzwerk mehr als doppelt so hoch ausfallen können. Denn die Kommission kann in solchen Fällen Geldbußen von bis zu ein Prozent des Jahresumsatzes verhängen. Auf Basis von 2016 wären das bei Facebook bis zu 276 Millionen Dollar (247 Millionen Euro).

Brüssel ließ aber einige mildernde Umstände gelten. So habe Facebook den Verstoß eingeräumt und bei der Untersuchung mit der Kommission kooperiert, hieß es.