Die EU-Kommission gibt Facebook mehr Zeit, um die Umstände der Übernahme von WhatsApp zu erklären. Die Frist wurde um einige Wochen verlängert, wie eine Sprecherin der Behörde der Nachrichtenagentur AFP sagte. WhatsApp gehört seit 2014 Facebook
Die EU-Kommission gibt Facebook mehr Zeit, um die Umstände der Übernahme von WhatsApp zu erklären. Die Frist wurde um einige Wochen verlängert, wie eine Sprecherin der Behörde der Nachrichtenagentur AFP sagte.
© 2017 AFP

Die EU-Kommission gibt dem US-Internetkonzern Facebook mehr Zeit, sich zur Übernahme des Messengerdienstes WhatsApp zu erklären. "Auf Anfrage von Facebook hat die Kommission die Frist für Facebook, um auf unsere Beschwerdepunkte zu antworten, um einige Wochen verlängert", sagte eine Sprecherin der Behörde der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Die EU-Kommission wirft dem Unternehmen vor, ihr zu der Übernahme 2014 "irreführende Informationen" gegeben zu haben.

Ursprünglich hatte Facebook Zeit bis Dienstag, um die Stellungnahme einzureichen. Wann genau die neue Frist endet, wollte die EU-Kommission nicht mitteilen. Es sei aber "normal", solche Verlängerungen zuzugestehen, sagte die Sprecherin.

Im Dezember hatte die Behörde ein Verfahren gegen das US-Unternehmen eröffnet. Grund dafür war die im August begonnene Weitergabe von WhatsApp-Nutzerdaten an Facebook.

Die EU-Kommission hatte dem Unternehmen im Oktober 2014 die Zustimmung zur Übernahme der Smartphone-Anwendung erteilt. Während der Prüfung des Vorhabens hatte Facebook 2014 laut der EU-Behörde angegeben, dass WhatsApp keine Daten an das Unternehmen weiterreichen würde. Dies war nach Ansicht der Kommission aber technisch bereits unmittelbar nach der Übernahme möglich. Die Genehmigung für den Kauf von WhatsApp soll nach Angaben der EU-Behörde unabhängig von dem Verfahren bestehen bleiben.

Sollte die Kommission ihren Verdacht erhärtet sehen, könnte sie eine Geldbuße bis zu einem Prozent des Jahresumsatzes verhängen. 2015 machte Facebook 17,9 Milliarden Dollar (17,1 Milliarden Euro) Umsatz - somit wäre eine dreistellige Millionenstrafe möglich.