Mittwoch, 30.05.2012 |

 

27.08.2010 20:06 Uhr | 1275x gelesen
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"Es geht um Geld und um Gier"


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Eichstätt/Koslanda (DK) Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse selbst soll nun helfen, den Eichstätter Michael Kreitmeir aus der Schusslinie eines mutmaßlich korrupten Provinzministers zu bringen. Von Eichstätt aus organisiert Ehefrau Elke Kreitmeir dazu gerade eine Faxaktion.


: "Es geht um Geld und um Gier"
Bild: privat "Coming home" nennt Michael Kreitmeir dieses Foto, das ihn im Kinderdorf zeigt.
Wie berichtet war der Eichstätter Gründer des Kinderdorfes Little Smile in Koslanda am 17. August verhaftet und neun Tage ins Gefängnis gesteckt worden, bevor er am Donnerstag auf massive Intervention der deutschen Botschaft und des Bischofs Justin Sebastian von Badulla gegen Kaution wieder frei gekommen war.

In Sicherheit ist der 53-Jährige aber nicht: Er hat massive Morddrohungen erhalten und muss sich jetzt Anfang nächster Woche vor einem sri-lankischen Gericht wegen des Besitzes von Drogen verantworten: "Die haben mir 1,8 Gramm Heroin untergeschoben", erklärte Kreitmeir in einem Telefonat mit der Eichstätter Redaktion des DONAUKURIER. "Die ganze Aktion war der Wahnsinn." Kreitmeir hatte vergeblich darauf bestanden, dass die "Beweisstücke" professionell gesichert werden. Auch eine Blutuntersuchung, mit der er nachweisen wollte, dass er kein Heroin konsumiert hatte, wurde ihm verweigert.

Als Häftling Nummer 2106 hatte der 53-Jährige in Monoragala die "Hölle auf Erden" durchgemacht. Jetzt, gegen Kaution wieder auf freiem Fuß, versucht er trotz angeschlagener Gesundheit seine Sicherheit zu organisieren und seine Verteidigung vorzubereiten.


Dem Eichstätter Kurier liegt ein Brief von Michael Kreitmeir aus dem Gefängnis von Monoragala vor, darüber hinaus zwei Briefe von Kindern aus Little Smile an ihn [Brief 1 und Brief 2]. All diese Schriftstücke können als PDF heruntergeladen werden.


"Die Vorwürfe gegen mich sind beängstigend, aber völlig aus der Luft gegriffen." Dass ihm auch Behördenvertreter vor Ort Glauben schenken – "die kennen mich ja schon seit Jahren" – gibt ihm Hoffnung: "Normalerweise müsste ich bei so einem Vorwurf sechs Monate in U-Haft sitzen. Und dann müsste ich mit zehn Jahren Haft rechnen – ab zwei Gramm Heroin-Besitz droht die Todesstrafe."

Auch die Meldung, dass jetzt gegen einen leitenden Beamten jener Sondereinheit, die ihn und seine Leute überfallen und festgesetzt hatte, ermittelt wird, wertet Kreitmeir als positives Signal für die Verhandlung, die wohl am Montag oder Dienstag stattfinden soll.

"Wir haben von der deutschen Botschaft einen Anwalt vermittelt bekommen, der soll der beste des ganzen Landes sein", erklärt Elke Kreitmeir am Freitag wieder etwas zuversichtlicher. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass man die Verhandlung aufmerksam verfolgen werde.

Kreitmeir begründet die Repressalien gegen sich damit, dass er nicht korrumpierbar sei: "Es geht um Geld und um Gier, wie so oft in diesem Land". Der Minister habe von ihm unter anderem 50 000 Dachbleche im Wert von rund 200 000 Euro erpressen wollen, dabei sollten aber nur 20 000 schriftlich quittiert werden. "Das Geld sollte direkt an ihn gehen, die Dachbleche waren für den Wahlkampf seines Onkels gedacht". Als Kreitmeir ablehnte und den Mann anzeigte, habe ihn der Minister bedroht: "Zuerst nehme ich dein Land weg, dann lasse ich deine Kinder vergewaltigen, und dann bist du dran." Diese Drohung versuche er nun wahr zu machen.


Von Eva Chloupek
 
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  • Re: @blephi (0)
    geschrieben am 28.08.2010 19:17

    Ja was hat die jetzige Situation mit einer 4monatigen Reise eines Elternteils mit einem verm. schulpflichtigen Neunjährigen zu tun?

    In der Situation vielleicht nichts? Aber evtl. mit der Selbstdarstellung des Herrn K.

    Und mit der Tatsache, dass wenn man mal beim Lügen erwischt wurde, meist unglaubwürdiger in zukünftigen Aktionen wird.

    Daher stellt man ja auch Fragen, um Antworten zu erhalten.

    Aber gehyptes Unrecht anzuprangern und selbst der Wahrheit fern zu stehen, könnte das Verständnis der Mitbürger zum Erlöschen bringen. Wir erinnern uns noch ungern an den Jaguar fahrenden Obdachlosenhelfer.

    Autor:   autharis  (40)
    Beiträge: 1578
  • Es geht um Geld und Gier! (0)
    geschrieben am 28.08.2010 12:40

    Die beiden vorangegangenen Kommentare erschrecken mich zutiefst. Was hat die jetzige Situation des Michael Kreitmeier mit seinem ggf. guten Kontakt zum ehemaligen Kultusminister zu tun und was mit der damaligen Schulfplicht seines Sohnes?
    Hier geht es um Menschenleben!!!
    Hier geht es um Gerechtigkeit!
    Hier geht es darum, korrupten und kriminellen Machenschaften entgegen zu wirken!
    Hier geht es um die Ärmsten der Armen! Natürlich gibt es in Deutschland arme Menschen. Diese leben aber hier in einem sozialen Netzt, das es in Ländern wie Sri Lanka nicht gibt. Hier haben diese Menschen Nahrung, Wohnung, Kleidung und Bildung.
    Mein großer Respekt gilt den Menschen, die sich sozial engagieren, gleich wo und wie. Wie arm wäre unsere Welt, wenn es dieses Engagement nicht gäbe. Hier von 'Profilanz' zu reden oder die 'selbst schuld' Meinung zu vertreten empfinde ich als primitives Denken.
    Mein Appell an Alle - folgt dem Aufruf von Elke Kreitmeier - schickt ein Fax an den Präsidenten von Sri Lan

    Autor: Blephi
    Beiträge: 1
  • Nur ein Versprecher? (0)
    geschrieben am 28.08.2010 01:52

    Wer nicht die Augen verschliesst, wer helfen mag und es kann, soll es tun, wo immer er mag. Aber er sollte es ohne der Darstellung der "Waris Dirie Wahrheiten" tun.

    Wie um alles in der Welt kann jemand, der als Eichstätter auch verm. gute Kontakte zu unserem ehemaligen Kultusminister Schneider aufweist, mit seinem 9jährigen und garantiert schulpflichtigen Sohn eine 4-monatige Reise durchführen?





    Zitat von Kreitmeir

    AM ANFANG WAR EIN VERSPRECHEN



    Es begann mit dem Wunsch, meinem damals 9jährigen Sohn Manuel eine ganz andere Welt zu zeigen, weit weg von dem, was er in Bayern gewohnt war. Diese gemeinsame Entdeckungsreise führten Vater und Sohn nicht in Hotels und an Strände sondern in entlegene Gebiete Sri Lankas. Viel haben wir gesehen in diesen 4 Monaten, aber ein Erlebnis sollte letztlich zur Geburtsstunde von Little Smile werden...


    Autor:   autharis  (40)
    Beiträge: 1578
  • Es geht um Geld und um Gier! (0)
    geschrieben am 27.08.2010 23:08

    selber Schuld, was treibt so manchen deutschen ins Ausland und warum sieht er nicht, dass Deutschland voller armer Kinder steckt?!
    Gerade die Tamilen und die Singalesen, gerade diese Glaubensgemeinschaft, da hakt es bei mir echt aus!
    Wenn ich nur mal Hickaduwa und Mount Lavinia nehme, da ist der Deutsche als Tourist gerne gesehen, aber Kampfbereitschaft existiert immer und man will sich keine Vorschriften machen lassen, die durch etwaige Hilfen aber entstehen.
    Profillanz in einem fremden Land und deren Kultur, hat noch nie was gutes gebracht, weil das Fanatiker sind und ein primitives Denken an den Tag legen.

    Da ist man schonmal ganz schnell im Besitz von Drogen, gerade mal soviel, dass man zwar der Todesstrafe entgeht, aber sodass der "Deutsche Fachmann" blechen muß!
    Urlaub reicht euch nicht, nein, da muß man sich wichtig machen im Ausland!

    Leid tut der mir schon, denn was er Hölle nennt, kann ich mir gut vorstellen, denn die sind nicht zimperlich mit ihren Gefangenen.

    Autor:   Palladio  (49)
    Beiträge: 32



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