Mittwoch, 30.05.2012 |

 

01.09.2011 22:14 Uhr | 376x gelesen
Drucken Text vergrößern

Zwischen Kampfeslust und Gelassenheit


München (DK) CSU-Chef Horst Seehofer zeigt sich angesichts des Umfragetiefs seiner Partei kämpferisch. Nach seinen Worten muss das „bürgerliche Lager“ aus Union und FDP nun seine Zukunftsfähigkeit beweisen. Gleichzeitig warnen führende CSU-Politiker vor übertriebenen Aktionismus.


Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) regierte betonte gelassen auf die jüngsten Umfrageergebnisse. Sie sagte unsrer Zeitung: „Bei den Werten für die CSU und FDP ist große Gelassenheit angesagt. Die Eurokrise verunsichert die Menschen zutiefst. Dazu kommt die Kakophonie in der CDU. Die Parteiergebnisse der Umfrage würde ich daher sehr stark auf den Einfluss der Bundespolitik zurückführen.“

Seehofer zeigte sich derweil kampfeslustig. Er signalisierte deutlicher als bislang seine Bereitschaft zu einer erneuten Kandidatur bei der Landtagswahl im Herbst 2013. Im Falle eines Wahlsiegs will Seehofer die gesamte nächste Legislaturperiode bis zum Jahr 2018 im Amt bleiben.

Er sei „topfit“, sagte der Ministerpräsident der „Bild“-Zeitung. Seehofer fügte hinzu: „Deshalb glaube ich, dass ich den Karren ziehen kann, und zwar sehr kräftig!“ Allerdings werde die CSU erst im Herbst 2012 „gemeinsam“ den Spitzenkandidaten küren, sagte der CSU-Chef. Entscheidend sei, „dass man vor das Volk treten kann und sagen: Ich bewerbe mich für fünf Jahre.“

Der 62-Jährige hatte bereits im Juli eine erneute Kandidatur von seinem Gesundheitszustand abhängig gemacht. Der Beschluss werde ein Jahr vor der Wahl nach einem „Routine-Check“ beim Arzt fallen, so Seehofer.

Der CSU-Chef verneinte die Frage, ob sich seine Strategie für die Landtagswahl wegen der voraussichtlichen Kandidatur des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude (SPD) ändere. Jetzt bloß keine Hektik – so lautet die weit verbreitete Devise in der CSU. „Es besteht kein Anlass zu übertriebenem Aktionismus“, sagte beispielsweise der niederbayerische CSU-Abgeordnete Bernd Sibler. Und der Münchner Parlamentarier Markus Blume betonte: „Wir arbeiten für Bayerns Zukunft und nicht für Sommerloch-Umfragen.“

Eine Forsa-Umfrage hatte ergeben, dass Ude bei den Bürgern besser ankommt als Seehofer: Wenn die Bayern ihren Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich 42 Prozent für den SPD-Mann und nur 39 Prozent für den CSU-Chef entscheiden. Zudem liegt die CSU derzeit nur bei 41 Prozent, die FDP käme mit drei Prozent nicht in den Landtag. Demnach könnten SPD, Grüne und Freie Wähler derzeit über Schwarz-Gelb triumphieren: Mit zusammen 47 Prozent liegen sie klar vor der CSU.

Haderthauer sagte: „Die Selbstausrufung des Herrn Ude hat zu einem gewissen Medienhype geführt. Darauf führe ich auch seine Popularität bei der Umfrage zurück.“ Seehofer werde in seiner Funktion als CSU-Chef sehr stark bundespolitisch wahrgenommen, deshalb lande ein Teil der bundespolitischen Verunsicherung auch bei ihm.Vor einer Kandidatur Udes ist der bayerischen Sozialministerin nicht bange: „Politisch haben sich die meisten Bayern mit Ude noch nicht beschäftigt. Er hat bis auf seinen Einsatz für die dritte Startbahn landespolitisch bisher noch keine Äußerung getan. Deshalb ist er für alle Unzufriedenen und Verunsicherten eine geeignete Projektionsfläche. Ude steht nicht für Inhalte“, sagte Haderthauer.

Bayerns SPD-Chef Florian Pronold berichtete derweil von positiven Reaktionen auf die voraussichtliche Ude-Kandidatur: „Mir meldet die Basis zurück, dass sie begeistert ist.“ Er fügte hinzu: „Wenn Sie mich vor zwei Jahren als Landesvorsitzenden gefragt hätten, ob ich mir Udes Kandidatur vorstellen kann, hätte ich gesagt: Das gehört zu meinen kühnsten und schönsten Träumen. Die werden jetzt wahrscheinlich wahr.“ Zu den Bedingungen Udes für ein Antreten sagte Pronold der „Süddeutschen Zeitung“, es sei „völlig klar und auch gut, dass der mögliche Spitzenkandidat einer Partei sagt, wofür er steht“. Die SPD werde sich über dessen Vorstellungen selbstverständlich „nicht einfach hinwegsetzen“. Kommentar Seite 2




Artikel weiterempfehlen  Empfehlen Artikel verlinken  Artikel verlinken

Wenn Sie diesen Artikel von donaukurier.de verlinken möchten, können Sie einfach folgenden HTML-Code verwenden:

 

Drucken  Drucken  Leserbrief schreiben   Leserbrief Kommentare lesen/schreiben  Kommentieren
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingelogged sein!
Benutzername  
Passwort      
Noch keinen Zugang?
Jetzt kostenlos registrieren!
Anmeldung über Cookie merken

 
 


Weitere Themen 
Wenn die Rechnung nicht aufgeht
22-Jähriger stürzt von Schiff in die Donau
Die Rückkehr der Nibelungen
Dabei sein ist alles
Das Bier des Bürgermeisters
Entsetzen über "Hass auf Bäume"
Der "singende Cowboy" reitet wieder
Schütze von Memmingen knackte Waffenschrank des Vaters
"Vielfältiger als hier kann die Natur kaum sein"
14-Jähriger wird Haftrichter vorgeführt - Streit mit Freundin ging Tat voran
 


>