Mittwoch, 30.05.2012 |

 

12.01.2012 20:05 Uhr | 50x gelesen
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Kein Platz im Weltcup-Kalender


Zwiesel (DK) Führende CSU-Politiker sind weiter verärgert wegen der Ausbootung der Arber-Region als Austragungsort für den alpinen Ski-Weltcup. Die Aussichten auf eine Rückkehr in den Weltcup-Kalender sind jedoch alles andere als rosig.


Bei Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) ist der Ärger über den Deutschen Skiverband noch nicht verraucht. „Abrupt und nicht absehbar“ habe der DSV im vergangenen Sommer mitgeteilt, dass in der Arber-Skiregion im Bayerischen Wald mittelfristig keine Weltcup-Rennen mehr stattfinden werden, kritisiert Brunner. Für den Minister ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Am Wochenende treffen sich Brunner und Kultusstaatssekretär Bernd Sibler mit DSV-Präsident Alfons Hörmann. „Ich will eine klare Aussage, unter welchen Bedingungen wieder Weltcup-Rennen am Arber stattfinden können.“

Der Weltcup-Zirkus war seit 1976 regelmäßig im Skigebiet auf dem 1455 Meter hohen Arber zu Gast. Ab der Saison 2006/07 wurde Zwiesel vom DSV als fester Bestandteil in den Weltcup-Kalender aufgenommen und sollte sich mit der allgäuischen Skiregion Ofterschwang abwechseln. 2007 fielen die Rennen in Zwiesel aber wegen Schlechtwetters aus. 2011 trug Zwiesel zuletzt einen Damenslalom und -riesentorlauf aus.

Im vergangenen Juli dann hatte der DSV überraschend bekannt gegeben, den höchsten Berg im Bayerischen Wald mittelfristig aus dem Weltcup-Kalender zu streichen. Stattdessen sollen die Rennen bis 2013 ausschließlich in Ofterschwang stattfinden. Als Grund für die Absage führte der DSV die in der Vergangenheit oft schwierigen Wetterbedingungen an.

Sibler nennt die Begründung des DSV inakzeptabel. Auch andere Weltcup-Orte hätten immer wieder mit Schneemangel oder schlechten Witterungsbedingungen zu kämpfen. „Die Weltcup-Absage war ein Schock für die Region“, sagt Sibler. Beim Treffen mit DSV-Chef Hörmann am Samstag will Sibler Klartext reden: „Ich will die tatsächlichen Gründe hören, die zu der Entscheidung gegen den Arber geführt haben.“

Gemutmaßt wird, dass der DSV in Zukunft vermehrt auf spektakuläre neue Events abseits der klassischen Ski-Regionen setzen will, etwa den Parallelslalom in München.

Trotz der Interventionen aus der Politik: Vor dem Gipfeltreffen sieht man beim DSV derzeit keine Veranlassung, den Arber wieder ins Weltcup-Programm mit aufzunehmen. „Am Sachstand hat sich nichts geändert“, sagte ein Verbandssprecher. Mehr noch: Auch für 2014 gibt es kaum Chancen auf eine Rückkehr des alpinen Weltcup-Spektakels an den Arber. Im Olympiajahr sehe der Rennkalender des Internationalen Skiverbandes nämlich ohnehin einen Weltcup weniger in Deutschland vor.


Von Uli Scherr und Julia Pickl

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