Die Heimat hat ihn nie losgelassen: Ottfried Fischer gehört zu den bekanntesten deutschen Schauspielern und Kabarettisten.
Die Heimat hat ihn nie losgelassen: Ottfried Fischer gehört zu den bekanntesten deutschen Schauspielern und Kabarettisten. München war lange sein Zuhause. Nach schwerer Krankheit verlässt er die Landeshauptstadt.
Hase/dpa
Passau/München
Nun zieht der inzwischen 63-Jährige wieder zurück nach Passau. Nach schwerer Krankheit will der Schauspieler etwas kürzertreten. Das hat er kürzlich im Gespräch mit unserer Zeitung verraten. Jetzt haben wir noch einmal ausführlich mit ihm über seine Entscheidung gesprochen - am Handy, denn Fischer befindet sich zurzeit in der Reha.

 

 

"Ich hatte in München eine sehr schöne Zeit, aber jetzt ist es genug mit der Hektik und dem Trubel."

Schauspieler und Kabarettist Ottfried Fischer

 

Herr Fischer, Sie stammen aus der Nähe von Untergriesbach im Landkreis Passau, haben lange in München gelebt. Jetzt wollen Sie wieder in die Dreiflüssestadt ziehen. Wie kommt es zu dieser Entscheidung?

Ottfried Fischer: Die Entscheidung gärt schon länger. Das Haus meiner Großeltern in Passau hat eine wunderschöne Lage, da habe ich die ersten fünf Jahre meines Lebens verbracht. Man hat einen wunderbaren Blick auf Maria Hilf und den Inn. Und jetzt möchte ich, dass der Kreis sich schließt.

 

Sie waren in letzter Zeit ja schwer krank, hatten eine schwere Blutvergiftung und waren monatelang im Krankenhaus. Hat das Ihre Entscheidung am Ende beeinflusst?

Fischer: Ja, das hat meine Entscheidung sehr beeinflusst, weil ich ins Nachdenken gekommen bin. Ich habe viel durchgearbeitet in letzter Zeit. Jetzt ist es Zeit für ein bisschen mehr Ruhe und dafür, sich um sich selbst zu kümmern. Ich gedenke, einiges zu schreiben, fände es zum Beispiel schön, ein Operettenprogramm in Passau auf die Beine zu stellen. Das ist jetzt nur eine Schnapsidee, noch nicht ausgereift, aber ich glaube, das könnte funktionieren.

 

Welche Erinnerungen verbinden Sie heute mit der Stadt an Donau, Inn und Ilz?

Fischer: Gleich um die Ecke war früher die Grabengasse. Da konnte man alles einkaufen - vom Kleinsten bis zum Größten. Ich weiß noch, wenn in dieser malerischen Gasse die Sonne schien . . . Passau ist wunderschön.

 

Aber werden Sie München nicht auch ein wenig vermissen?

Fischer: München ist für mich erst einmal vorbei. Alles, was ich gemacht habe, war vom Standpunkt München aus. Ich hatte in München eine sehr schöne Zeit, aber jetzt ist es genug mit der Hektik und dem Trubel. Man glaubt gar nicht, wie schädlich das für einen ist, das bekommt einem nicht.

 

In Ihrem Hochwassermuseum, das die Opfer der Jahrhundertflut ehrt, wollen Sie bald eine Art Kulturzentrum erschaffen. Wie kann man sich das vorstellen?

Fischer: Da ist ein kleiner Raum, da könnte man schöne Veranstaltungen machen im kleinen Kreis. Diskussionen, Reden, Interviews - ich habe da ein paar Ideen, aber noch ist nichts konkret.

 

Man hört bereits, dass Sie eine eigene, neue Talkshow planen. Wie stellen Sie sich das genau vor?

Fischer: Das könnte eine Talkshow sein, zu der man beispielsweise einmal im Monat einen Gast einlädt. So eine Art "Schlachthof" in klein - für jedermann.

 

Sie haben also einiges vor. Freuen Sie sich denn schon sehr auf den neuen Lebensabschnitt?

Fischer: Ich bin ein bisschen gespannt, aber ich freue mich auch.

 

Das Gespräch führte

Karin Seibold.