Sonntag, 05.09.2010 |

 

23.07.2010 21:02 Uhr | 88x gelesen
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Zähes Ringen um Olympiabewerbung


Bild: Zähes Ringen um Olympiabewerbung .  München/Garmisch-Partenkirchen (DK) Im Streit um Grundstücke für die Olympischen Spiele 2018 schließt ein führender Bauernvertreter eine Einigung nicht mehr aus. Die Landwirte hatten sich zuvor mit Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) getroffen.

München/Garmisch-Partenkirchen (DK) Im Streit um Grundstücke für die Olympischen Spiele 2018 schließt ein führender Bauernvertreter eine Einigung nicht mehr aus. Die Landwirte hatten sich zuvor mit Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) getroffen.


"Wir müssen schauen, ob noch eine Lösung gefunden werden kann", sagte der Vorsitzende der Weidegenossenschaft Garmisch-Partenkirchen, Josef Glatz, am Freitag. Dafür müsse allerdings "einiges umgedacht werden". Schneider war zu dem Gespräch mit den Eigentümern am Donnerstagabend eigens nach Garmisch-Partenkirchen gekommen.

In der Markgemeinde soll unter anderem ein Athletendorf und ein Medienzentrum errichtet werden. Mehrere Landwirte weigern sich aber, ihre Flächen dafür an die Organisatoren zu verpachten. Weil es an alternativen Standorten mangelt, droht die Bewerbung Münchens um die Olympischen Spiele daran zu scheitern. Zuletzt hatten viele Eigentümer ausgeschlossen, dass es noch zu einer Einigung kommt. Sie kritisieren vor allem, dass die Gemeinde sie zu spät und zu schlecht über die Pläne informiert habe. Zudem geht es um Garantien für die Wiederherstellung der Flächen nach den Spielen. Die seien bisher nicht ausreichend, sagte Glatz.

Über den Inhalt des Gesprächs mit Schneider wurde Stillschweigen vereinbart. "Die bayerische Staatsregierung unterstützt die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen bei den Bemühungen für eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung", hieß es aus der Staatskanzlei. Glatz sagte, die Unterhaltung habe der Annäherung gedient. Voraussetzung für eine Einigung sei, "dass die Leute wieder Vertrauen in die Sache haben". Schneider habe versprochen, sich um mehr Vertrauen zu bemühen.

Enttäuscht sind die Eigentümer vom Bürgermeister der Gemeinde, Thomas Schmid, der die Verhandlungen für die Organisatoren bisher führte. Berichte, nach denen die Staatskanzlei diese nun an seiner Stelle übernommen habe, wollte ein Sprecher nicht kommentieren. An dem Gespräch am Donnerstag hatte Schmid nicht teilgenommen.

Mit Sorge wird die Frontenstellung bei der Olympia-Bewerbungsgesellschaft gesehen. "Wir hören den Menschen mit offenen Ohren zu, wir begleiten diesen Prozess", sagte ihr Sprecher Jochen Färber. Und mit Blick auf die mangelnde Kooperation des Garmischer Bürgermeisters fügte er hinzu: "Wir wollen, dass die Menschen ihre Antworten auf die offenen Fragen bekommen."

Am kommenden Dienstag tagt das bayerische Kabinett in Garmisch-Partenkirchen. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will bei der Gelegenheit ausführliche Gespräche mit Kommunalpolitikern führen. Möglicherweise geht es dabei auch um einen Alternativstandort bei der Grundstückssuche: einen Golfplatz der US-Streitkräfte. Bis zum 11. Januar 2011 muss das endgültige Bewerbungsbuch beim Internationalen Olympischen Komitee vorliegen. Mitbewerber sind Annecy in Frankreich und Pyeongchang in Südkorea.

Von Til Huber

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