Nach DB-Angaben wurde der ICE-Fernverkehr zwischen Leipzig und München umgeleitet. Betroffen waren auch mehrere Regionalstrecken um Erfurt, Weimar und Jena herum sowie in Ostthüringen, Südwest- und Ostsachsen. Reisende mussten sich auf Verspätungen einstellen.

Vom Thüringer Wald bis zum Erzgebirge in Sachsen und dem Brocken im Harz fiel Schnee, der die Landschaften in weiß hüllte. Bis zu 15 Zentimeter betrug laut Deutschem Wetterdienst (DWD) die Schneedecke. Auch im Flachland schneite es vielerorts erstmals leicht.

Schneefaelle in Bayern
Ein Auto fährt am Samstag bei Miesbach unter mit Schnee bedecktem Laub entlang. Der erste Wintereinbruch der Saison hat am Freitagabend und am Samstag in Teilen Bayerns zu zahlreichen Unfällen und Behinderungen auf den Straßen geführt.
Lukas Barth (dapd)
Schuld an den Behinderungen im Zugverkehr waren nach Bahnangaben Bäume, die wegen der Schneelast auf die Gleise knickten. Die Zahl der Ausfälle konnte die Deutsche Bahn zunächst nicht beziffern. Ein Ersatzverkehr mit Bussen sei in Thüringen und Sachsen auf die Schnelle nur sehr eingeschränkt möglich gewesen. Bis Sonntagmorgen sollte der Bahnverkehr aber wieder ohne Einschränkungen rollen, sagte ein DB-Sprecher in Leipzig auf dapd-Anfrage.

Autounfälle gab es laut Polizei vor allem mit Fahrzeugen, die noch mit Sommerreifen unterwegs waren. Auch unvorsichtige Fahrer gerieten auf den mitteldeutschen Straßen ins Rutschen. Es kam zu Blechschäden und leichten Verletzungen bei den Insassen. Ein ähnliches Bild bot sich im bayerischen Unterfranken. In der Rhön im Bereich Kreuzberg und der A 71 sowie auf der A 3 bei Würzburg kam es zu mehreren Unfällen, bei denen nach Polizeiangaben zwei Verkehrsteilnehmer leicht verletzt wurden.

Auch hier stürzten in mehreren Landkreisen Bäume wegen der Schneelast um. Die Feuerwehren waren dort im Dauereinsatz, um betroffene Straßen wieder frei zu räumen. Die Sachsen-Anhalter blieben von den Verkehrsbehinderungen weitgehend verschont.

In Hessen zeigte sich ebenfalls in der Nacht zu Samstag verbreitet der erste Schnee. Laut Wetterdienst gab es am Samstag auch tagsüber landesweit Niederschläge, die zum Teil bis in die Niederungen hinein als Schnee fielen. Noch in Frankfurt habe es am Samstagvormittag leichten Schneefall gegeben, die kleinen Flocken seien aber auf dem Boden sofort geschmolzen.

Auch in Nordrhein-Westfalen hielt der Winter Einzug. Der erste Schnee fiel dem Deutschen Wetterdienst zufolge im Sauerland. Auf dem Kahlen Asten lagen am Samstagmorgen zwei Zentimeter, in Bad Berleburg waren es sechs - lange sollte er nicht liegen bleiben, lautete die Prognose. “Wir haben keine nennenswerte Schneedecke”, sagte ein Sprecher. Er kündigte an, in der Nacht zum Sonntag gebe es Frost, zur Mitte der Woche werde es wärmer.

Auch in den nächsten Tagen bleibt es nach Angaben der Meteorologen kalt in Deutschland. Erst zur Wochenmitte hin wird es von Nordwesten her wieder milder.

Deutschlands Verkehrsflughäfen sind derweil nach eigenen Angaben gut auf den Winter vorbereitet. Hunderte von Spezialfahrzeugen stünden bereit, um Start- und Landebahnen und die Vorfelder schnee- und eisfrei zu halten. “Sicherheit ist oberstes Gebot”, sagte Eva-Maria McCormack vom der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft.

Dennoch fielen am Samstag am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main rund 70 Flüge aus. Schuld war aber nicht der Schnee, sondern starker Wind.