Der Vorsitzende Sepp Obermeier bezeichnete Schwarzmann bei der Preisverleihung als „Mutter Zivilcourage der Bairischen Sprache“. Die aus Fürstenfeldbruck stammende Kabarettistin halte nicht nur auf der Bühne am Bairischen fest, sondern spreche beispielsweise auch in Fernsehsendungen in heimatlicher Mundart. Zudem gebe sie den Dialekt an ihre drei Kinder weiter, sagte Obermeier. Vorbildcharakter und Multiplikationseffekt seien nicht hoch genug einzuschätzen.

Laudator Herrmann - als gebürtiger Kelheimer selbst des niederbayerischen Dialektes mächtig - bezeichnete den Beitrag der 38-Jährigen zum Erhalt der Mundart als „kulturelles Erbe in einem Europa, das in der Sprachenvielfalt seine unübertroffene Identität lebt“. Echte Internationalität sei die „Verbindung der Heimat mit der Welt“. Das setze Wurzeln voraus, die in der Sprache als gewachsenem Kulturgut gründeten. Die Englischsprachigkeit eines modernen Universitätsbetriebs sei dazu kein Widerspruch, sofern das kulturelle Bekenntnis zu Sprache und Lebensart authentisch bleibe.

Martina Schwarzmann wuchs in Fürstenfeldbruck bei München auf und verfasste nach eigenen Angaben im Alter von zwölf Jahren erste Gedichte. Seit dem Jahr 2000 steht sie als Kabarettistin auf der Bühne, ihre Programme präsentiert sie dabei stets im Dialekt. Das aktuelle Programm heißt „Gscheid gfreid“.

Bisherige Träger des seit 2005 vergebenen und nicht dotierten Sprachpreises in Form einer Glasskulptur sind unter anderem der emeritierte Papst Benedikt XVI., die Kabarettistin Luise Kinseher und der Regisseur Markus H. Rosenmüller. Voriges Jahr erhielt der Münchner Pfarrer Rainer Maria Schießler die Auszeichnung. Er hält seine Predigten in Mundart.