Gerhard Ludwig Müller
Gerhard Ludwig Müller ist von Papst Benedikt XVI. zum Leiter der Glaubenskongregation ernannt worden.
dapd
Das neue Amt ist mit dem Titel des Erzbischofs verbunden, wie der Regensburger Prälat Michael Fuchs am Montag sagte. Der Regesnburger Bischof folgt auf den amerikanischen Kardinal William Levada, der aus Altersgründen das Amt aufgibt. Levadas Vorgänger war Kardinal Joseph Ratzinger.

Müller, der seit fast zehn Jahren an der Spitze der Regensburger Diözese stand, reiste schon am Montag Morgen nach Rom. Über einen Wechsel Müllers in den Vatikan war schon oft spekuliert worden.

Wie kaum ein zweiter Bischof in Deutschland polarisiert Müller, dennoch ist er ein weltweit anerkannter Theologe und hat in Rom bereits eine Reihe von Funktionen inne. Ende 2007 berief ihn Benedikt XVI. in die Glaubenskongregation, Anfang 2009 wurde er zudem Mitglied im Päpstlichen Rat für die Kultur.

Müller wolle das neue Amt mit gutem Schwung anpacken, betonte Fuchs: "Die Diözese gratuliert ihrem Bischof von Herzen zu dieser hohen Berufung." Soweit er das wahrgenommen habe, freue sich Müller "sehr auf diese neue Aufgabe, obwohl es ihm nicht leichtfällt, Abschied zu nehmen von der Diözese", erläuterte der Prälat. Wie sehr der Papst den Regensburger Bischof schätzt, zeigt auch, dass er Müller mit der Herausgabe seiner Gesammelten Schriften beauftragt hat. Müller, der wie Benedikt XVI. vor seiner Bischofsweihe Professor für Dogmatik war, richtete dazu im Jahr 2008 eigens das Institut Papst Benedikt XVI. ein.

Mit dem heutigen Amtsbeginn Müllers als neuer Präfekt der Glaubenskongregation ist der bischöfliche Stuhl in Regensburg vakant. Nach dem Kirchenrecht geht die Leitung bis zur Wahl eines Diözesanadministrators auf Weihbischof Reinhard Pappenberger über, der die Wahl des Diözesanadministrators innerhalb der nächsten acht Tage veranlassen muss. Diese Wahl kommt dem Domkapitel als Konsultorenkollegium zu.

Der Diözesanadministrator leitet dann die Diözese, bis ein neuer Bischof „von der Diözese Besitz ergriffen“ hat, wie es das Kirchenrecht formuliert. In der Zeit der darf nach dem Kirchenrecht in der Diözese nichts Wesentliches geändert werden.