Donnerstag, 29. September 2016 |

 

16.01.2016 00:18 Uhr | x gelesen
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Neuer Franken-"Tatort" abgedreht: Ein kleiner Blick vorab


Bild: Neuer Franken-

Nürnberg/München (DK) Sorgen machen brauchen sich Fans des Franken-"Tatorts" nicht. Die Dreharbeiten sind gelaufen, die Bilder sind im Kasten. Nur bis zur Ausstrahlung der zweiten Folge müssen sich die Freunde von Mord und Totschlag in schönster Kulisse noch etwas gedulden. Erst im Frühjahr soll es soweit sein.


Nürnberg: Ein kleiner Blick vorab
Verstehen sich auch privat sehr gut: die Franken-"Tatort"-Schauspieler Eli Wasserscheid und Andreas Leopold Schadt. - Foto: Pelke

Einen ersten Blick auf die neue Folge aus Franken - "Das Recht, sich zu sorgen" - durften Filmkritiker bereits am Freitag in München werfen. Während in der Landeshauptstadt am Abend die Bayerischen Filmpreise vergeben werden, rollt der Bayerische Rundfunk (BR) bereits am Morgen seinen roten Teppich aus, um der Öffentlichkeit die Höhepunkte des nächstes Jahres vorzustellen. Neben einem kleinen "Tatort"-Jubiläum (Batic und Leitmayr ermitteln heuer seit 25 Jahren rund um den Marienplatz) dürfte dies eben die Ausstrahlung des neuen Franken-"Tatort" sein.

In der dritten Reihe des Saales am Salvatorplatz hat die fränkische Crew einen perfekten Blick auf die Leinwand. Der neue (Andreas Senn) steckt mit dem alten Regisseur (Max Färberböck) die Köpfe zusammen, während die fränkischen Ermittler zwischen Würzburg und Nürnberg hin- und herhetzen. Sie haben alle Hände voll zu tun: Gleich drei Mordfälle erschüttern Nordbayern.

"Die Stadt hat mich umgehauen. Fühlt sich an wie Prag oder Paris. Von Würzburg war ich wirklich sehr begeistert. Jetzt möchte ich nach Bamberg mit den verschiedenen Biersorten. Da möchte ich unbedingt einen Fall lösen. Das wäre schön. Ob das klappt, kann ich noch nicht sagen", flüstert Schauspielerin Dagmar Manzel leise, während die Kommissarin Manzel, sprich Paula Ringelhahn, ein Menschenherz in der Hand hält und sagt: "Hätte ich gar nicht gedacht, dass ein Herz so schwer ist."
 
 


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Die Protagonisten im zweiten Franken-"Tatort" hat das Schicksal hart getroffenen. "Es geht darum, der Einsamkeit zu entkommen. Sich das Recht zu nehmen, für sich und andere zu sorgen. Verschiedene Schicksale kommen zusammen. Zum Teil sehr anrührende Momente", erzählt Manzel. "Wir verknüpfen drei Geschichten mit Todesfolge miteinander, die sich alle um das Kernthema Einsamkeit drehen", schaltet sich jetzt Regisseur Andreas Senn vom Nachbarplatz ein. "In unserem Fall erlebt man nahezu ein perfektes Verbrechen", kündigt Senn vielsagend an.

Irgendwie geht es also um das Unvermögen alleine zu sein. Während der Abspann läuft, philosophiert Senn weiter: Das Spannungsfeld zwischen Idylle und Abgrund habe ihn beim Drehen fasziniert. "Familien funktionieren auf dem Land per se nicht besser als in der Stadt." Wer hinter den drei Morden steckt, darf Senn leider nicht verraten. "Ich darf noch nicht einmal sagen, ob eine Frau oder ein Mann der oder die Mörderin ist", sagt Senn. Zumindest einen "natürlichen Tod" kann Senn ausschließen. Und über was hat er mit seinem Vorgänger Max Färberböck getuschelt? "Ich habe ihm gedankt für das tolle Ensemble, das ich von ihm übernehmen durfte. Er hat wirklich ein sehr außergewöhnliches und einnehmendes Team zusammengestellt", lobt Senn seinen Vorgänger auf dem Regiestuhl.

Derweil wird das Buffet eröffnet. Filmschauen macht eben hungrig. Auch Andreas Leopold Schadt, der Kommissar Sebastian Fleischer verkörpert, hat sich in die Schlange gestellt. "Heute entscheide ich mich für die Weißwurst", sagt er - und lässt die "viel zu kleinen" Nürnberger Würstchen in der silbernen Warmhalteschale verächtlich links liegen. Beim Würstchen-Aufspießen kommt man schnell ins Gespräch. Wie so die Arbeit an der neuen Folge gewesen ist? "Beim ersten ,Franken-Tatort €™ waren alle unter Strom. Jetzt kennt man sich einfach viel besser. Das macht das Miteinander vor und neben der Kamera wesentlich entspannter", findet der Schauspieler aus Hof.

Eli Wasserscheid aus Bamberg, die Kommissarin Wanda Goldwasser spielt, geht es fast genauso: "Beim ersten Tatort war die Anspannung einfach noch viel, viel größer", sagt sie und beißt in eine Brezel. Und plötzlich steht das ganze Team zusammen. Nur Oberkommissar Fabian Hinrichs und der ständig grantige Leichendoktor Matthias Egersdörfer fehlen. Jetzt erinnern sich alle an die Drehzeit im Sommer zurück. An dieses kleine Fachwerk-Gasthaus im Wald. "Dieser Wirt in Rockenbrunn: Der war der Hammer. Wir durften alles haben!", wundert sich Regisseur Senn noch immer über so viel Hilfsbereitschaft. Aber so sind sie halt - die Franken.


Von Nikolas Pelke

 
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