Nürnberg: Neuen Tourismusgipfel erklommen
Die Kaiserburg lockt die Massen: Insgesamt vier Millionen Übernachtungen zählt die Stadt Nürnberg für das vergangene Jahr. - Foto: Leue
Nürnberg

Für den Tourismus in Franken geht es immer weiter bergauf. Seit Jahren bricht die Branche immer neue Rekorde. Nun hat der fränkische Tourismus einen neuen Gipfel erklommen. "Zum fünften Mal in Folgen haben wir unser Rekordergebnis übertroffen", freute sich Innenminister Hermann bei der Vorstellung der Tourismusbilanz in Nürnberg. Im Vergleich zum Vorjahr sei im Jahr 2017 die Zahl der Übernachtungen um 1,6 Prozent auf insgesamt 22 Millionen gestiegen, freute sich der Minister aus Erlangen und Vorsitzende des Tourismusverbandes.

"Die stetige Aufwärtsentwicklung im fränkischen Tourismus ist phänomenal. Auf diesen Erfolg können wir Franken sehr stolz sein", sagte Herrmann. Negative Folgen durch den ungebrochenen Besucherandrang auf die fränkischen Städte und Feste erwartet Herrmann nicht. Feststellen könne man einen Trend zu kleineren Gruppenreisen. So würden beispielsweise die Flusskreuzfahrer nicht mehr in Horden die fränkischen Altstädte und Sehenswürdigkeiten stürmen. Immer mehr Veranstalter der boomenden Schiffsreisen würden auf individuelle Ausflüge setzen. Das entlastet die Einheimischen, die teilweise unter dem Ansturm zu leiden haben.

Selbst durch die immer schärferen Sicherheitsmaßnahmen würden sich die Gäste aus aller Welt nicht die gute Laune verderben lassen. "Die Menschen haben gelernt, mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen umzugehen", betonte Herrmann und verwies beispielsweise auf die neuen Taschenkontrollen auf der Bergkirchweih in seiner Heimatstadt Erlangen. "In meiner Jugend wären solche Kontrollen unvorstellbar gewesen." Wie selbstverständlich hätten sich die Besucher des beliebten Volksfestes schnell an die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Öffentlichkeit vor Anschlägen gewöhnt. "Der Berg ist trotz der Kontrollen im letzten Jahr genauso lustig gewesen. Die Leute lassen sich vom Feiern nicht abschrecken", freute sich Herrmann. Es sei für den Tourismus wichtig, dass "wir uns solche wunderbaren Feste nicht kaputt reden lassen".

Noch besser wäre die Bilanz der Branche ausgefallen, wenn der Tourismusverband nicht nur die Übernachtungen in Hotels und Pensionen ab zehn Betten gezählt hätte. Füge man Privatzimmer zur offiziellen Statistik hinzu, würde man bei den Übernachtungen sogar bei über 29 Millionen liegen, erklärte Herrmann. Aber auch so habe Franken die Nase vorn gegenüber anderen Urlaubsregionen wie Brandenburg, Sachsen oder Thüringen.

Nicht ohne stolz wies Herrmann darauf hin, dass Franken als Ferienmarke mittlerweile nicht mehr an den politischen Grenzen haltmache. Unter dem Dach der boomenden Tourismusregion befinden sich auch zahlreiche Orte aus Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniere so gut, dass einige Gemeinden in Thüringen bereits mit einem Beitritt zum Freistaat liebäugelten.

Die Rahmenbedingungen für neue Rekordergebnisse im laufenden Jahr seien laut Herrmann rosig. Besonders die unverminderte Lust der Deutschen auf Urlaub im eigenen Land werde weitere Zuwächse bringen. Außerdem sorge der Flughafen Nürnberg mit steigenden Passagierzahlen für zusätzliche Gäste. "Der zunehmende Flugverkehr führt dazu, dass mehr Menschen aus ganz Europa nach Franken kommen."

Auf den Lorbeeren ausruhen dürften sich die Franken allerdings nicht, warnte Herrmann. Mit neuen Angeboten und zahlreichen Veranstaltungen wolle man den Ferienboom in Franken weiter unterstützen. Von zwei Terminen erhofft sich der Tourismusverband weiteren Aufwind. Bereits im April wird das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth nach der aufwendigen Sanierung mit Pauken und Trompeten wieder eröffnet. Ein weiteres Weltkulturerbe wird heuer in Bamberg gefeiert. Vor 25 Jahren hat die einzigartige Domstadt den Unesco-Titel erhalten. Im Juni wird unter anderem mit einem Welterbe-Wochenende auf dem Maxplatz mit Familienfest und Jubiläumsführungen durch die ganze Stadt gefeiert.