Ärger um Sex-Puppen
Neuburg (DK) "Zensur findet nicht statt". Die Aussage des Neuburger Polizeichefs Wolfgang Brandl ist eindeutig. Die Polizei halte sich aus dem Fasching heraus. Ein Einschreiten gebe es nur bei massiven pornografischen Darstellungen. Mit der "Zensur" beim überregional bekannten Donauschwimmen am Wochenende hat die Polizei nichts zu tun.
Die Wasserwachtführung hatte sich bereits im Vorfeld mit dem Vorfall von Rennertshofen befasst. "Wir haben kein generelles Verbot ausgesprochen", erklärte gestern Wasserwachtvorsitzender Günter Weiß dazu. Es sei ausschließlich um die Art und Weise der Darstellung gegangen. Die beiden aufblasbaren Puppen (mit Kreuz auf einem Floß) habe er als "sehr obszön" empfunden und verbieten lassen, so Weiß. Außerdem hätte einer der Teilnehmer eine Art Polizeiuniform tragen wollen.
Die Wasserwacht sei eingebettet ins Bayerische Rote Kreuz, "das muss man berücksichtigen", sagt Mitorganisator Karlheinz Leger. Vereine oder Faschingsgesellschaften hätten da mehr Spielraum.
In der Tat wollen sich für den Faschingsumzug in Rennertshofen (14. Februar) einige Gruppen mit dem Thema "Kirchensex" anmelden. Die Narrengesellschaft "Fidelitas" und das Organisationskomitee als Veranstalter wollen diese Gruppen zulassen und dabei gleichzeitig auf die Form achten. "Wir zensieren nicht", sagt Mitorganisator Ingo Buchmann, "die sollen aber nicht übertreiben und ihre Darstellung im Rahmen halten". Man habe sich schon gedacht, dass das Thema aufgegriffen werde.
Am Neujahrstag sollen ein 26-Jähriger Polizist und eine 22-Jährige auf der Empore der Pfarrkirche in Rennertshofen während des Rosenkranzgebetes ein Schäferstündchen gehabt haben. Das Pärchen wurde aus der Kirche gewiesen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.
Von Winfried Rein
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