Die Digitalisierung gehört zu den Zukunftsstrategien des Freistaats. Private wollen schnell im Internet surfen oder sich Filme und Musik herunterladen, für die Unternehmen ist der Zugang ins Internet oftmals eine Notwendigkeit im globalen Wettbewerb. Bis 2018, so hatte es Ministerpräsident Horst Seehofer in einer Regierungserklärung versprochen, würden alle Gemeinden in Bayern ans schnelle Internet angeschlossen sein. Zuständig für den Breitbandausbau ist Markus Söder. Der legte gestern in München den Breitband-Bericht Bayern 2017 vor, und meldete praktisch Vollzug: "In allen Gemeinden ist mittlerweile ein Glasfaseranschluss vorhanden - alle Gemeinden sind auf der Datenautobahn." 97 Prozent aller Kommunen seien in das bayerische Förderverfahren eingestiegen, nach Abschluss der derzeit laufenden und bereits geplanten Maßnahmen würden mindestens 96 Prozent aller bayerischen Haushalte mit schnellem Internet versorgt sein.

Aber was ist schnell? Per Definition seien 30 Mbit/s schnell, sagt Söder. Einen mehrstündigen Film in HD-Qualität (8 Gigabyte) herunterzuladen würde knapp 40 Minuten dauern. Bayernweit verfügten bereits jetzt 86 Prozent der Haushalte über diesen Standard, 25 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2013, so Söder. Ein Breitband mit einer Kapazität von 50 Mbit/s (besagter Film bräuchte nur mehr rund 20 Minuten Ladezeit) sei für drei Viertel aller bayerischen Haushalte verfügbar - 20 Prozentpunkte mehr als 2013.

Insgesamt würden im Rahmen des bayerischen Förderprogramms derzeit 34 000 Kilometer Glasfaser verlegt, mehr, als es Kilometer an Staats- und Kreisstraßen gebe, so Söder. Zugleich kündigte er an, der Breitbandausbau in Bayern werde 2018 nicht beendet. Ziel sei, nachdem alle Gemeinden mit schnellem Glasfaser verbunden seien, bis zum Jahr 2025 auch jedes Haus im Freistaat ans schnelle Internet anzubinden. Und: In Zukunft soll in Bayern der Gigabit-Standard verbreitet verfügbar sein - das wären dann 1000 Mbit/s.

Hilfreich dabei: Diese Woche habe die EU-Kommission den Einsatz des sogenannten Vectoring-Verfahrens gestattet. Dadurch können selbst Kupferleitungen deutlich höhere Kapazitäten erreichen. Weil das Verfahren aber technisch kompliziert ist, bleibt es am Ende in der Regel nur einem Anbieter vor Ort vorbehalten. Söder sieht gleichwohl den Vorteil: "Das ist ein Riesenschritt nach vorne"- aus 30- würden so 50-Megabit-, aus 50- sogar 100-Megabit-Leitungen.

In Oberbayern befinden sich laut Söder derzeit 473 von 500 Kommunen im Förderverfahren (95 Prozent), 332 Kommunen hätten bereits einen Förderbescheid bekommen, dabei seien knapp 128 Millionen Euro zugesagt worden. 2,217 Millionen Haushalte könnten damit künftig voraussichtlich versorgt werden (97 Prozent), 7200 Kilometer Glasfaser im Förderprogramm seien im Bau oder bereits in Betrieb. ‹ŒFoto: Kneffel/dpa