Der Deutsch-Rocker Peter Maffay macht sich kurz vor seinem 60. Geburtstag Gedanken über den Tod. Nachdem sich bei ihm schon 1992 ein nicht bestätigter Verdacht auf Lungenkrebs ergeben habe, habe er inzwischen sein Testament gemacht, sagte Maffay der "Bild"-Zeitung. Auch einen letzten Wunsch hat er: "Auf meinem Grabstein soll stehen: 'Harley parking only'", sagte der Motorradfahrer. (Archivfoto)
Peter Maffay
Eine Gruppe von 40 Jugendlichen aus Israel und Palästina ist geladen, dazu unzählige Fotografen und Medienvertreter. Sie treten sich auf der Suche nach der besten Perspektive gegenseitig auf die Füße. Die Kameras scharen sich um einen Mann, der diesen sonnigen Tag richtig zu genießen scheint: Rockstar Peter Maffay eröffnet das neue Tabaluga-Haus, zu dem die 1987 aufgegebene und mittlerweile heruntergekommene Jugendherberge im vergangenen Jahr für rund 170.000 Euro umgebaut wurde. Sie fungiert jetzt als Feriendomizil für traumatisierte Kinder und Jugendliche.
 
Hilfe für Kinder aus Japan
 
Sein Wohnhaus sei nur "einen Steinwurf weit" entfernt, in höchstens zehn Minuten sei er da, sagt Maffay in eines der vielen Mikrofone. "Ich werde öfter selber mal rüberschauen", verrät der Vorstandsvorsitzende der im Jahr 2000 von ihm in Tutzing gegründeten Peter-Maffay-Stiftung. Neben dem bereits seit 2001 laufenden Projekt "Finca Can Llompart" auf Mallorca ist das Tabaluga-Haus in Jägersbrunn ein weiterer Meilenstein in der Arbeit der Stiftung. Hier können bis zu zwölf Kinder mit ihren Betreuern erholsame Ferien in der Natur verbringen. Kinder, die durch Krankheit, Behinderung oder Gewalterfahrung traumatisiert wurden. "Es ist eine Aufgabe der Starken, den Schwachen beizusehen", betont Maffay. Und Kinder seien in der Gesellschaft immer das schwächste Glied. Angesichts der aktuellen Katastrophe in Japan sei auch geplant, Kindern aus Japan den Aufenthalt kurzfristig zu ermöglichen.

Die Landschaft hier sei "ein Paradies", schwärmt der Musiker. Umso mehr ist ihm ein in der Nähe geplantes Gewerbegebiet ein Dorn im Auge. Maffay setzt hier auf Dialog. Zunächst muss er ohnehin erst ein baurechtliches Problem beim stiftungseigenen Tabaluga-Haus lösen. Ein altes Nebengebäude soll einem modernen, glasdurchfluteten Pavillon weichen. Doch das Areal befindet sich im Außenbereich.

Die Stimmung trübt dies bei der Einweihungsfeier des ersten Bauabschnitts nicht. Die Starnberger Lokalpolitiker um Landrat Karl Roth und Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger überschlagen sich in ihren Begrüßungsreden geradezu mit Lob für die Maffay-Stiftung. Die Tribut-To-Bambi-Stiftung überrascht mit einem fetten Spendenscheck: 80.000 Euro hat die Vorsitzende, Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel, lockergemacht. Maffay dankt mit einer herzlichen Umarmung.