In Bayern ist der Lappen besonder teuer
Ingolstadt (DK) Wer bald den Führerschein machen möchte, für den kann sich ein Preisvergleich lohnen. Wie der ADAC in einer Studie herausgefunden hat, unterscheiden sich die Preise nicht nur in Ost- und Süddeutschland stark, sondern vor allem auch innerhalb von Großstädten. In Kleinstädten sei der "Lappen" generell teurer. Vor allem in Bayern müssen die Führerschein-Aspiranten tief in die Tasche greifen. Unter den fünf teuersten Städten befinden sich laut Test gleich drei im Freistaat.
Ein stichpunktartiger Preisvergleich bei drei Fahrschulen in Ingolstadt und der Region den DONAUKURIER nach den ADAC-Kriterien durch ergab ebenfalls Durchschnittspreise von etwa 2000 Euro. Preislich passt das also ins bayerische Gesamtbild. "Wichtig ist, dass man sich vor der Entscheidung mehrere Angebote einholt", sagt Andreas Hölzel vom ADAC in München. Viele Fahranfänger gingen nur nach den Empfehlungen von Freunden und nicht nach dem Preis. Hölzel empfiehlt zudem, sich bei der Anmeldung zusichern zu lassen, dass man immer dasselbe Auto und denselben Lehrer hat. "Denn der kennt die Stärken und Schwächen eines Schülers."
Richtig sauer über den Preisvergleich des ADAC ist dagegen der Vorsitzende des Landesverbandes Bayerischer Fahrlehrer, Walter Weißmann. "Das ist keine Studie, sondern ein unseriöses Konglomerat an Datenmaterial", sagte er dem DONAUKURIER. Der ADAC habe dabei beispielsweise weder die Lebenshaltungskosten in den entsprechenden Regionen berücksichtigt, noch das Leistungsangebot der Fahrschulen.
Von einer bundesweiten Vereinheitlichung der Standardelemente wie Grundgebühr und Anmeldung zur Prüfung, wie es der ADAC fordert, hält Weißmann "überhaupt nix". Das würde der unterschiedlichen wirtschaftlichen Situation in verschiedenen Regionen schlichtweg nicht gerecht.
Von Sebastian Peterhans

