Bürohund
Bürohundealltag bei Secura: Nando bringt Firmenchef Tan Alcay die Post.
Hauser
Ingolstadt

Ingolstadt (DK) Wer das Unternehmen für Gebäudemanagement in seinem modernen Bürokomplex in einem Ingolstädter Gewerbegebiet besucht, der wird mit freudigem Gebell und aufgeregtem Schwanzwedeln begrüßt: Drei Hunde springen munter die Treppe hinunter - dem Gast entgegen: Welche Firma kann schon mit so einem Empfangskomitee aufwarten?

Bei Secura startete das Projekt Bürohund bereits 2005. Mitarbeiterin Tanja Hupp von der Finanzbuchhaltung nahm damals ihren "Max" als Welpen mit zur Arbeit: Wie viele Hundehalter wollte sie ihn nicht daheim zurücklassen und fühlte sich auch sicherer in seiner Gesellschaft, wenn sie mal allein in der Firma arbeitete, weil alle anderen ausgeflogen waren.

Mittlerweile tun drei Bürohunde Dienst bei Secura: Donna und Nando, die zwei Dobermänner von Tanja Hupp, und Rocky, der kleine Mischling von Chef Tan Alcay. Die gut erzogenen Tiere laufen frei im Firmengebäude herum, stecken ihre Schnauze in jedes Büro und besuchen ihre menschlichen Kollegen am Arbeitsplatz - "um zu schauen, ob alle brav arbeiten", scherzt der Chef.

Tanja Hupp erklärt, wie gut solche Kontakte zwischen Mensch und Tier fürs Arbeitsklima sind: "Einen Hund mal im Vorbeigehen am Ohr zu kraulen, zu streicheln und sein Fell zu berühren - das setzt das Glückshormon Oxytocin frei. Das hilft schon, um sich abzulenken, wenn man mal einen ärgerlichen Termin hatte."

Wenn die Tiere mal ein Bein heben müssen, dann signalisieren sie das, und es findet sich immer jemand für eine kleine Runde Gassigehen an der frischen Luft. "Ich hab' nichts dagegen, wenn die Leute kurz eine kreative Pause einlegen und neue Kraft schöpfen", meint Alcay, der sich den kleinen Rocky nur angeschafft hat, weil er ihn mit zur Arbeit nehmen kann. "Hier ist er nicht allein und sogar mit Artgenossen zusammen. Wenn ich mal zwei Wochen Urlaub nehme, dann langweilt er sich richtig und freut sich riesig, wenn wir wieder ins Büro fahren."

Denn die Hunde sehen es als ihren Job an, mit Herrchen und Frauchen zur Arbeit zu gehen. Nando hat sogar einen festen Job bei Secura: Er trägt morgens die Post aus. Die transportiert er in einer Tasche mit der Aufschrift "Bürohund", die er im Maul von einem Zimmer ins nächste trägt. Beim Kommando "Tasche, Hand" lässt der Postbote auf vier Pfoten die Tasche fallen, sodass sich jeder seine Briefe herausnehmen kann. Seinen Job als Zusteller erledigt der Dobermann mit gebotenem Eifer und Ernst.

Bei Secura im Foyer befindet sich ein Treffpunkt mit Stehtischen, wo sich die Mitarbeiter zwanglos treffen und austauschen. Dort halten sich auch die Bürohunde gerne auf. Auf dem Boden liegt verstreut Hundespielzeug herum. "Mal zwischendurch zur Ablenkung auf dem Flur den Ball hin- und herschießen, das hilft gerade bei stressiger Arbeit am Computer", sagt Mathias Zapke, der die Bürohunde ins Herz geschlossen hat. Seine Kollegin Zeliha Güncü möchte die Kollegen auf Pfoten auch nicht missen. "Wenn man mal stärker belastet ist und Stress hat, dann spielt man kurz mit den Hunden. Dann kann man wieder loslegen."

Tanja Hupp erzählt, fast alle Mitarbeiter hätten Leckerlis im Schreibtisch parat. "Viele Kollegen sagen auch, es sei schön, in der Arbeit einen Hund zu haben, denn dann bräuchten sie daheim keinen eigenen."

Wenn Secura Besucher erwartet, dann wird vorher abgeklärt, ob die etwas gegen Hunde einzuwenden haben. Falls Berührungsängste bestehen, müssen Rocky, Nando und Donna in Hupps Büro bleiben - hinterm Absperrgitter. Doch das passiert eher selten: "Die drei sind schöne Eisbrecher, wenn wir neue Kunden oder Vertragspartner einladen", sagt Chef Tan Alcay. "Wir hatten mal einen Praktikanten, der hatte panische Angst vor Hunden. Am Schluss hat er Fußball gespielt mit Donna", erinnert sich Tanja Hupp. Auch der Postbote hat immer ein Leckerli für die Bürohunde dabei.

Das Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern sogar einen besonderen Service an: eine Tiersprechstunde. Regelmäßig schaut eine Veterinärin bei Secura vorbei und behandelt die kranken Haustiere der Belegschaft, die jeder mitbringen kann.

Wenn doch einmal ein Mitarbeiter krank war und danach wieder zur Arbeit erscheint, dann ist die Wiedersehensfreude bei den drei Hunden riesig: "Es ist schön für die Leute, wenn sie dann überschwänglich begrüßt werden", meint Tanja Hupp. "So ein Hund gibt viel Liebe und Zuneigung - und das völlig bedingungslos."

So profitieren Mitarbeiter, Hunde und das Unternehmen von dem guten Betriebsklima und dem familiären Zusammenhalt, der durch die drei tierischen Kollegen Tag für Tag aufs Neue gestärkt wird.