Produktion bei Müller-Brot bleibt stillgelegt
Freising (DK) Die Produktion der Großbäckerei Müller-Brot in Neufahrn bleibt bis auf weiteres stillgelegt. Die in den vergangenen Tagen vorgenommenen Reinigungs- und Sanierungsarbeiten seien nicht ausreichend zur hygienisch einwandfreien Herstellung von Lebensmitteln, so das Landratsamt Freising.
Als der Freisinger Landrat Michael Schwaiger und der Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, am Freitag in Freising vor die Presse traten, strahlten sie noch große Zufriedenheit aus. „Wir möchten festhalten, dass die Behörden im Fall Müller-Brot vorbildlich zusammengearbeitet haben“, begann Zapf sein Statement. Die Lebensmittelüberwachung habe von Anfang an konsequent gehandelt und den Betrieb am Montag letztlich dicht gemacht. Doch was die Journalisten dann zu hören bekamen, hinterlässt mindestens so viele Fragezeichen wie Antworten. Vor allem aber liefert es ein erschreckendes Bild von den Zuständen, die bei Müller-Brot offenbar schon seit Jahren herrschten.
Im Juli 2009 kontrollierte eine Spezialeinheit des LGL die Großbäckerei. „Es wurden dabei erhebliche Probleme bei der Hygiene und starker Schädlingsbefall festgestellt“, so LGL-Präsident Zapf. Laut Informationen des Bayerischen Rundfunks handelt es sich um Mäusekot. „Die Probleme betrafen nur einen Teil der Produktionsfläche, nicht den gesamten Betrieb“, so Zapf. Die Lebensmittelkontrolleure wiesen Müller-Brot an, die Mängel zu beseitigen, die Öffentlichkeit wurde von den Behörden nicht informiert. Das wäre zu diesem Zeitpunkt nicht verhältnismäßig gewesen, so die Begründung. Im Zeitraum bis Dezember 2011 folgten sechs weitere Kontrollen des LGL und auch mehrere von Seiten des Landratsamts. Doch die Mängel blieben, nachdem eine Abteilung gesäubert worden sei, seien die Verunreinigungen in anderen Bereichen aufgetreten.
Laut Ingo Schwarz, Sachgebietsleiter für Gesundheitsangelegenheiten im Freisinger Landratsamt, musste wiederholt Ware von Müller-Brot zurückgerufen werden. Noch immer sahen die Behörden keine Veranlassung, die Öffentlichkeit zu informieren. „Das betrifft Waren, die aus rechtlichen Gründen nicht in den Verkehr gebracht werden durften. Eine Gesundheitsgefahr für die Verbraucher bestand nicht“, so Schwarz. Gegen Müller-Brot wurden Bußgelder verhängt, darunter zweimal 25 000 Euro. Im Mai 2011 informierte das Landratsamt die Staatsanwaltschaft Landshut über die Zustände beim Großbäcker, ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Die Hygiene verbesserte sich laut Zapf allerdings nicht, im Gegenteil.
Am vergangenen Montag hätten insgesamt 20 Kontrolleure den Betrieb noch einmal unter die Lupe genommen, sagte der Freisinger Landrat Schwaiger. Man habe den Betrieb angehalten, die Produktion einzustellen. „Dem ist Müller-Brot auch nachgekommen.“ Dass erst jetzt die Öffentlichkeit informiert wurde, obwohl Müller-Brot seit zweieinhalb Jahren immer wieder auffällig wurde, sei nicht ungewöhnlich. „Wir haben so gehandelt, wie wir es nach rechtlichen Vorgaben tun mussten“, sagte Zapf. Einen Verstoß gegen das Verbraucherinformationsgesetz wollten die Verantwortlichen nicht erkennen. Lediglich über die Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens selbst sei man etwas „überrascht“ gewesen.
Wann Müller-Brot die Produktion wieder aufnehmen kann, steht noch nicht fest. Nach einer weiteren Kontrolle am Freitag waren die Behörden mit den Zuständen in dem Betrieb noch nicht zufrieden.
Von Michael Bartmann
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Das ist auch gut so
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geschrieben am 04.02.2012 09:21
Die Stillegung ist aus meiner Sicht gut so! Mir tun nur die ganzen Franchisenehmer Leid, die die ganze Sache ausbaden müssen.


