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Der Vorfall ereignete sich in der Fußgängerpassage beim Geschäft Kaps, wie die Passauer Neue Presse berichtet. Der Bub wollte sich mit seinen Freunden in der Stadt treffen. Laut Polizei kam es dann zunächst zu einer verbalen, dann zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Jugendlichen.

Ein Notarzt versucht noch den Jugendlichen zu reanimieren. Der 15-Jährige starb später im Krankenhaus.
Ein Notarzt versucht noch den Jugendlichen zu reanimieren. Der 15-Jährige starb später im Krankenhaus.
Sebastian Daiminger
Passau
Eigentlich sollte es eine Auseinandersetzung zwischen dem späteren Opfer und einem gleichaltrigen Passauer werden, die miteinander etwas zu klären hatten. Die Sache sei angekündigt gewesen, berichtet die PNP. Das würde auch erklären, weshalb gut 20 Leute zum Treffpunkt gekommen waren.

Die Auseinandersetzung begann nach Aussage des Passauer Oberstaatsanwalts Walter Feiler zwischen den beiden Kontrahenten. Unklar ist bisher, ob sich nach und nach andere in den Kampf eingemischt haben oder ob sie miteinander auf das Opfer losgegangen sind. Der 15-Jährige wurde demnach zu Boden geschlagen und war bewusstlos. Mehrere Menschen sollen den Vorfall beobachtet haben.

Als die Polizei eintraf, flüchtete ein Großteil der Beteiligten. Sechs Tatverdächtige wurden bei einer Fahndung, an der sich auch Bundespolizisten und Diensthundeführer beteiligten, festgenommen.

Obwohl viele Passanten den Vorfall bemerkt haben, dauerte es nach Informationen der PNP einige Zeit, bis Polizei und Notarzt alarmiert wurden. Der Notarzt versuchte noch, den Bub zu reanimieren. Der 15-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er gegen 19.30 Uhr starb. Eine Obduktion sollte die Todesursache klären, teilte die Staatsanwaltschaft mit.



Bei den jungen Männern, die am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt wurden, handelt es sich um drei Jugendliche im Alter von 14, 15 und 17 Jahren aus Passau, einen 25-jährigen Passauer und einen 21-jährigen Polen. Warum es zu dem tödlichen Streit kam, ist derzeit noch nicht klar.
 
In jüngster Vergangenheit hatten mehrere Fälle von tödlicher Gewalt unter Jugendlichen für Aufsehen gesorgt. Dabei handelte es sich um Messerattacken. So starb etwa im März in Flensburg eine 17-Jährige, als sie in ihrer Wohnung von ihrem 18-jährigen Freund angegriffen wurde. In Berlin erstach ein 15-Jähriger eine ein Jahr jüngere Mitschülerin.